Checkliste Ägypten

Region: Nordafrika
Hauptstadt: Kairo


Aktuell

29.06.2015 - Vogelgrippe (A/H5N1) - +

Hinweise

Sicherheit

Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat. Für Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer wird zu besonderer Vorsicht geraten.

Weiterhin ist zu beachten, dass im Zuge der Unruhen zeitweise der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, was u.a. auch eine nächtliche Ausgangssperre beinhaltet. Reisenden wird dringend empfohlen, sich wegen der Einzelheiten informiert zu halten und die Medienberichterstattung sehr aufmerksam und regelmäßig zu verfolgen.

Von Reisen in das Nildelta außerhalb der Ballungszentren Kairo und Alexandria sowie in das ägyptisch-libysche Grenzgebiet wird auch weiterhin dringend abgeraten. Reisende sollten die Küstenorte am Roten Meer nicht verlassen. Von Ausflügen ins Hinterland, auch zum Katharinenkloster sowie von Landausflügen nach Luxor und Assuan, wird abgeraten.

Vor Reisen in den Nord-Sinai und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird aktuell gewarnt.


Überlandfahrten zwischen den oben genannten Städten bzw. Landesteilen sind zu vermeiden – es sollte ausschließlich auf Flugverbindungen zurückgegriffen werden. Von nächtlichen Überlandfahrten wird generell dringend abgeraten.

In den letzten Jahren, zuletzt im Februar 2009, gab es in Ägypten Anschläge auf Hotels und Touristenziele. Anschlags- und Entführungsrisiken u.a für touristische Ziele, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren, können nicht ausgeschlossen werden.

Jedoch verbringen jährlich über eine Million deutscher Touristen ihren Urlaub in Ägypten. Das Land verfügt über eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Für die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Reisenden verlaufen die Aufenthalte im Land ohne Probleme. Gleichwohl sollten bei einer Reise nach Ägypten die nachfolgenden Hinweise unbedingt beachtet werden:

Vor dem Hintergrund der prekärer werdenden wirtschaftlichen und sozialen Situation ist in den letzten Monaten ein genereller Anstieg der Allgemein-Kriminalität (vereinzelt auch mit Waffengewalt) zu beobachten. Touristen sollten nach Möglichkeit Geldgeschäfte in den bewachten Bereichen der Hotels oder in Räumen von Banken abwickeln.

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene, nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara und ihrer Randbereiche eindringlich ab. Eine besonders hohe Gefährdung besteht für den Südwesten Ägyptens in der Grenzregion zu Libyen und Sudan einschließlich des Gilf Kebir Nationalparks und Gebel Quenat. Von Reisen in diese entlegene Wüstenregion wird daher dringend abgeraten. Eine effektive Sicherung dieser unbewohnten weiten Region ist nicht zu gewährleisten. Dieser Sicherheitshinweis gilt nicht für besser gesicherte Reiseziele wie Abu Simbel, Assuan oder die zwischen Luxor und Siwah gelegenen Oasen.

Im Nordsinai ist die Sicherheitslage weiterhin angespannt. Hier kommt es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Es ist auch ein erhöhtes Entführungsrisiko erkennbar. Von Reisen in die Nähe des Grenzgebietes zum Gaza-Streifen wird daher dringend abgeraten. Vor Reisen in den Gazastreifen selbst wird nach wie vor dringend gewarnt.

Wegen unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ist besondere Vorsicht abseits regulärer Straßen und Wege auf dem Sinai, in einigen nicht erschlossenen Küstenbereichen des Roten Meeres, am nicht erschlossenen Mittelmeerküstenstreifen westlich von El Alamein und in Grenzregionen zu Sudan und Libyen geboten.


Unterwegs

Die Überlandstraßen auf dem West-Sinai zwischen Sharm-El-Sheikh und Alexandria / Kairo wurden in den vergangenen Wochen wiederholt durch Beduinen blockiert. Bei Nilkreuzfahrten kam es teilweise zu Problemen wegen Streiks der Schleusenarbeiter.

Seit dem 29. Mai 2011 ist der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen von ägyptischer Seite aus wieder an sechs Tagen pro Woche (außer freitags) für den Personenverkehr geöffnet. Je nach der aktuellen politischen Situation kann es aber jederzeit zur Schließung des Überganges kommen. Die zuständigen deutschen Auslandsvertretungen können in solchen Fällen keine konsularische Hilfe leisten.

Im Straßenverkehr besteht wegen des oft riskanten Fahrverhaltens der Verkehrsteilnehmer erhöhte Unfallgefahr. Dies gilt vor allem bei der Benutzung von Reise- und Minibussen. Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten. Die Sicherheitsstandards auf den Fährschiffen, wie sie etwa zur Passage über das Rote Meer eingesetzt werden, entsprechen nicht immer internationalen Standards. Die Sicherheitskontrollen an den ägyptischen Flughäfen sind teilweise unzureichend.


Medizinische Versorgung

In Kairo ist eine ausreichende Versorgung gewährleistet. Die medizinische Versorgung außerhalb Kairos hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, dennoch entspricht sie nach wie vor selbst in den Haupttouristenzentren oft nicht westeuropäischem Standard.


Kulturelle Hinweise

Die Rücksichtnahme auf die Moralvorstellungen einer islamisch geprägten Gesellschaft beim Aufenthalt in Ägypten ist ein allgemein geltendes Gebot der Achtung, Höflichkeit und des gesunden Menschenverstandes. So ist beispielsweise bei Aufenthalten außerhalb von Hotel- und Ferienanlagen, in Städten und bei Reisen über Land eine nicht körperbetonte, Arme und Beine bedeckende Kleidung angemessen.


Gesetze & Zollbestimmungen

Drogendelikte werden schon bei Geringfügigkeit mit harten Strafen (Gefängnis bis hin zur Todesstrafe in besonders schweren Fällen) geahndet.

Anders als in Deutschland sind in Ägypten Prostitution und Ehebruch strafbar. Darüber hinaus bestehen weit gefasste Tatbestände zum Schutz der Moral oder Religion, nach denen auch Homosexualität geahndet werden kann, zumal wenn sie offen gezeigt wird. Allerdings ist bisher kein Fall bekannt geworden, in dem ein ausländischer Tourist tatsächlich aufgrund dieser allgemeinen Bestimmungen strafrechtlich verfolgt wurde.

Das Fotografieren und Filmen von Militäreinrichtungen, Militärfahrzeugen und Militärpersonal ohne entsprechende Genehmigung ist nicht gestattet. Bei Verstoß droht Beschlagnahme des Foto-/Filmapparates und Festnahme.

Reisende (auch minderjährige Kinder), die neben der deutschen zugleich auch die ägyptische Staatsangehörigkeit besitzen (etwa durch Abstammung von einem ägyptischen Elternteil), werden entsprechend der allgemeinen internationalen Praxis in Ägypten ausschließlich als Ägypter behandelt. Personen mit einer solchen doppelten Staatsangehörigkeit unterliegen uneingeschränkt den ägyptischen Gesetzen, sobald sie sich in Ägypten aufhalten (u.a. Wehrpflicht, familienrechtliche Bestimmungen). Nach ägyptischem Recht dürfen minderjährige Kinder (unter 21 Jahren) ohne Zustimmung des (ägyptischen) Vaters nicht ausreisen. Konsularische Hilfe durch die deutsche Botschaft ist für diesen Personenkreis in aller Regel nicht möglich.

In Ägypten besteht wie in vielen anderen Ländern ein striktes Ausfuhrverbot u.a. für alle antiken Gegenstände sowie für eine Vielzahl von unter Natur- und Artenschutz stehenden Pflanzen und Tieren (z. B. Korallen), auch wenn diese scheinbar legal käuflich erworben wurden. Die Wiederausfuhr von ägyptischen Altertümern, die von nach Ägypten einreisenden Ausländern mitgebracht werden, ist nicht gestattet, selbst wenn diese Gegenstände im Herkunftsland auf legalem Wege erworben wurden und dafür ein Nachweis erbracht werden kann. Die Einfuhr von ägyptischer Währung nach Ägypten ist nur in begrenztem Umfang gestattet. Über die aktuellen Einfuhrgrenzen unterrichtet die ägyptische Botschaft in Berlin.


Botschaftsadressen

Deutsche Botschaft:

Adresse: Kairo 2, Sharia Berlin (Ecke Sharia Hassan Sabri), Zamalek, Kairo 11211
Telefon: 00202 / 27 28 20 00
Fax: 00202 / 27 28 21 59
E-Mail: info@kairo.diplo.de

Website: http://www.kairo.diplo.de

In Alexandria und Hurghada vertreten darüber hinaus auch Honorarkonsuln deutsche Interessen, die Kontaktdaten können bei der deutschen Botschaft erfragt werden.


Ägyptische Botschaft:

Adresse: Stauffenbergstr. 6/7, 10785 Berlin
Telefon: 030 / 4 77 54 70
Fax: 030 / 4 77 10 49
E-Mail: embassy@egyptian-embassy.de
Website: http://www.egyptian-embassy.de


Für weiterführende Informationen empfehlen wir die Homepage des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de.

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Masern  
Meningokokken  
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber   Kinder unter 1 Jahr sind davon ausgenommen. Bei Einreisen aus dem Sudan benötigt man die Gelbfieberimpfung nur, wenn man im Sudan innerhalb der letzten 6 Tage südlich des 15°N (nördliche Breite) war. Ist man im Sudan nich südlich des 15°N gewesen, muss man sich dies jedoch von der sudanesischen Regierung bestätigen lassen.

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, HIV/AIDS, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Leishmaniose, viszerale (Kala Azar), Meningokokken-Meningitis, Phlebotomusfieber, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Tollwut, Typhus,

Malaria

Es besteht von Juni bis Oktober ein minimales Risiko in der Oase El Faiyum.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Deutsche Staatsangehörige können für touristische Aufenthalte mit dem Personalausweis nach Ägypten einreisen. Die Visumpflicht bleibt jedoch bestehen. Das Visum wird gegen eine Gebühr von 22 Euro von der ägyptischen Botschaft in Berlin und den Generalkonsulaten in Frankfurt und Hamburg ausgestellt. Es kann auch bei Einreise erworben werden (z.B. am Flughafen Kairo für 15 US-Dollar). Bei Einreise nur mit Personalausweis muss eine spezielle Einreisekarte bei Ankunft ausgefüllt und mit einem Passbild versehen werden. Das Passbild muss mitgebracht werden. Die Einreise mit dem Reisepass (auch dem vorläufigen Reisepass) ist einfacher und schneller. Kinder unter 16 Jahren können entweder mit eigenem Kinderreisepass oder dem alten jedoch noch gültigen Kinderausweis (für Ägypten muss ein Lichtbild enthalten sein) einreisen. Einträge in den Pass der Eltern (mit Foto) sind nur noch bis zum 26.6.2012 gültig, danach benötigen Kinder ein eigenes Reisedokument. Für alle Reisedokumente gilt, dass sie noch sechs Monate über die geplante Aufenthaltsdauer hinaus gültig sein müssen. Es empfiehlt sich, eine Fotokopie des Ausweises (am besten auch des Einreisestempels) anzufertigen. Besondere Auflagen sind bei einer Einreise aus Israel zu beachten. Für längere Aufenthalte und für Arbeitsaufenthallte in Ägypten können gesonderte Bestimmungen bestehen. Weitere Informationen unter: http://www.cairo.diplo.de und http://www.kairo.diplo.de


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:41:49 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM