Checkliste Nigeria

Region: Westafrika
Hauptstadt: Abuja


Hinweise

Am 09.04., 16.04. und am 26.04.2011 finden in Nigeria landesweite Wahlen statt. Im bisherigen Wahlkampf kam es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern der verschiedenen Gruppen. Politische Versammlungen sollten gemieden werden. Weitere Zwischenfälle, auch an den Wahltagen und nach Bekanntgabe der Ergebnisse, sind nicht auszuschließen.

An den Wahltagen besteht tagsüber ein allgemeines Reise- und Fahrverbot. Die Landgrenzen sind geschlossen. Die internationalen Flughäfen sind grundsätzlich geöffnet, allerdings wegen des Fahrverbots möglicherweise nicht erreichbar; Luftfahrtgesellschaften könnten deshalb ihre Flugpläne ändern.


Von Reisen in die Bundesstaaten Delta, Bayelsa, Rivers und Akwa Ibom wird dringend abgeraten. In diesen Bundesstaaten besteht ein hohes Anschlags- und Entführungsrisiko, nicht nur auf dem Festland, sondern auch auf der Küste vorgelagerten Einrichtungen (z.B. Ölbohrplattformen) und auf den Wasserwegen. An vielen Orten gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen von Polizei und Militär. Es kann lokal zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen kommen. Lokale, kurzfristige Konflikte können unversehens ausbrechen daher sollte sich Reisende vor Reisen außerhalb von Abuja und Lagos stets in nigerianischen und internationalen Medien über die aktuelle Sicherheitslage informieren.

In den Ölfördergebieten in der Region des Niger Deltas, das die nigerianischen Bundesstaaten Delta, Bayelsa, Rivers und Akwa Ibom umfasst, kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen paramilitärisch organisierten Banden mit Sicherheitskräften, aber auch untereinander. Dies gilt insbesondere für die Stadt Port Harcourt und die Gegenden an den Mündungsläufen der Flüsse.

In den letzten Jahren waren in dieser Region auch zahlreiche bewaffnete Angriffe auf Einrichtungen ausländischer Ölgesellschaften sowie Entführungen ausländischer (meist westlicher) Mitarbeiter von in der Region tätigen Unternehmen zu verzeichnen. Ein Aufenthalt in der Region sollte aus diesem Grund nur dann erwogen werden, wenn umfassende Sicherheitseinrichtungen einer Organisation (z.B. Unternehmen) in Anspruch genommen werden können (gesicherte Transporte, gesicherte Unterkünfte).

In Nigeria können, meist kaum vorhersehbar, in allen Regionen lokale Konflikte zwischen dortigen Bevölkerungsgruppen mit gewaltsamen Zusammenstößen und Todesopfern aufbrechen. Ursachen und Anlässe sind politischer, religiöser und/oder ethnischer Art. Meist sind diese Auseinandersetzungen von nur kurzer Dauer (wenige Tage) und örtlich begrenzt (meist nur einzelne Orte, in größeren Städten nur einzelne Stadtteile, nie ganze Bundesstaaten).

Autofahrten, insbesondere über Land, sollten nur mit ortskundigen und zuverlässigen, möglichst persönlich bekannten und einheimischen Personen durchgeführt werden, vorzugsweise im Konvoi. Fahrten bei Dunkelheit sollten in jedem Fall wegen erhöhter Überfallgefahr sowie der teils katastrophalen Straßenzustände vermieden werden. In weiten Regionen muss auch bei Tag mit Überfällen gerechnet werden. Von Busreisen im Land wird abgeraten.

Die Kriminalitätsrate in Nigeria ist hoch. Insbesondere in der Wirtschaftsmetropole Lagos kommt es immer wieder zu Serien bewaffneter Überfälle, auch in den von Ausländern bevorzugten Stadtgebieten Victoria Island, Ikoyi, Lekki und Ikeja.

Zum Schutz vor Diebstahl und Raub wird empfohlen, Barmittel, Fotoausrüstung und andere Wertgegenstände vor Blicken Dritter zu schützen, auf das Tragen von Schmuck vor allem auf öffentlichen Plätzen/Märkten zu verzichten und keine Kreditkarten einzusetzen. Für den Fall eines bewaffneten Raubüberfalls wird dringend geraten, keinen Widerstand zu leisten und Wertgegenstände herauszugeben.

Von Reisen nach Nigeria aufgrund von betrügerischen Geschäfts- und sonstigen Kontakten wird dringend abgeraten. Beachten Sie hierzu unbedingt die Hinweise der Botschaft Abuja zum sogenannten Vorauszahlungsbetrug auf der Internetseite der Botschaft im Kapitel Informationen der Rechts- und Konsularabteilung: (www.abuja.diplo.de/Vertretung/abuja/de/04/419.html)

Die Versorgungslage insbesondere in Bezug auf Benzin-, Strom- und Wasserversorgung ist häufig unzureichend. Die Kommunikationsmöglichkeiten (Telefon, Fax, E-Mail) sind häufig gestört. Mobiltelefone (GSM-Standard) können genutzt werden, allerdings gibt es bislang nur vereinzelt Roaming-Vereinbarungen mit ausländischen Netzbetreibern, z.B. mit den Netzen O2, D-1 und e-plus von Deutschland.

Gegenstände des üblichen persönlichen Bedarfs dürfen eingeführt werden. Die Ausfuhr von Kunstgegenständen wird kontrolliert und ist nur mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung der Museumsbehörden möglich. Die Ein- und Ausfuhr von Nairabeträgen über 10.000 N (ca. 100 Euro) ist anmeldepflichtig. Die Zollvorschriften können sich kurzfristig ändern. Es wird empfohlen, sich vor Reiseantritt mit der nigerianischen Botschaft in Berlin in Verbindung zu setzen.

In 12 nördlichen moslemischen Bundesstaaten, in denen Scharia-Strafrecht gilt, steht auf Mord, Vergewaltigung und außerehelichen Geschlechtsverkehr die Todesstrafe. Homosexuelle Handlungen sind in Nigeria strafbar. In den nördlichen Bundesstaaten Nigerias sind nach islamischer Sharia homosexuelle Handlungen mit schweren Strafen bewehrt. Körperliche Nähe zwischen Angehörigen desselben Geschlechts, insbesondere von Männern, erregt in der Öffentlichkeit jedoch keinen Anstoß, sofern sie nicht offensichtlich sexuellen Charakter hat. Das Fotografieren von Flughäfen, Militärpersonen und -anlagen sowie Brücken ist verboten.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und hygienisch hoch problematisch, ganz besonders abseits der großen Städte. Vielfach fehlen auch ausgebildete Englisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz und eine Reiserückholversicherung sind, ebenso wie die Mitnahme einer gut ausgestatteten Reiseapotheke, dringend empfohlen.

Deutsche Botschaft

Telefon: (00234 9) 413 09 62, 413 09 64, 413 09 65
Fax: (00234 9) 413 09 49
E-Mail: info@abuja.diplo.de
Adresse: 9 Lake Maracaibo Close, Maitama, Abuja, F.C.T.
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany Abuja, P.M.B. 5177, Wuse, Nigeria
Website: www.abuja.diplo.de

Botschaft der Bundesrepublik Nigeria

Telefon: 030-21 23 00
Fax: 030-21 23 02 12
E-Mail: info@nigeriaembassygermany.org
Postadresse: Neue Jakobstraße 4, 10179 Berlin

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Cholera   Impfnachweis kann abweichend von den offiziellen Bestimmungen verlangt werden, insbesondere bei Einreise außerhalb des internationalen Flughafens der Hauptstadt.
Gelbfieber   Empfohlen für alle Reisenden, die älter als 9 Monate sind.
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Masern  
Meningokokken   Gültige Impfung gegen Meningitis (CSM) werden bei Einreise aus afrikanischen Staaten erfahrungsgemäß oft bei der Einreise verlangt.
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber   Kinder unter 1 Jahr sind davon ausgenommen.

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Chikungunya-Fieber, Cholera, Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Dengue-Fieber, Fleckfieber, Gelbfieber, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, HIV/AIDS, Lassa-Fieber, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Leishmaniose, viszerale (Kala Azar), Loa-Loa-Infektion, Lymphatische Filariose, Meningokokken-Meningitis, Onchozerkose, Paragonimiasis, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Rückfallfieber, Schlafkrankheit, Tollwut, Typhus,

Malaria

Es besteht ganzjährig landesweit ein hohes Malaria-Risiko. Es kommt überwiegend die lebensgefährliche Malaria tropica vor.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Das Visum ist rechtzeitig vor Reiseantritt bei der nigerianischen Auslandsvertretung zu beantragen. Die Visaausstellung dauert unter Umständen länger als drei Wochen. Der jeweilige Reisepass muss zum Zeitpunkt der Einreise nach Nigeria noch mindestens sechs Monate gültig sein. Es wird grundsätzlich kein Visum bei Einreise erteilt. Ein deutscher Kinderausweis wird, wenn mit einem Lichtbild versehen, grundsätzlich anerkannt, jedoch wird u.a. wegen der großflächigen nigerianischen Visa und Einreisestempel empfohlen, einen Reisepass auszustellen. Dies gilt vor allem, wenn sich der Inhaber des Kinderausweises voraussichtlich für längere Zeit in Nigeria aufhalten wird. Bis zum Alter von 16 Jahren können Kinder auch einreisen, wenn sie sowohl im Reisepass zumindest eines Elternteils eingetragen als auch in dessen nigerianischem Visum aufgeführt sind. Der Nigeria Immigration Service empfiehlt allerdings, dass Kinder unabhängig von ihrem Alter einen eigenen Reisepass haben. Nigerianische Visa können nach der Einreise in Nigeria bei den zuständigen nigerianischen Behörden („Nigeria Immigration Service“) verlängert werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nigerianische Kurzzeit-, Geschäfts-, Besuchs- oder Touristenvisa nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in Nigeria berechtigen. Visa zwecks Arbeitsaufnahme in Nigeria sind gesondert über die nigerianische Botschaft in Berlin zu beantragen.


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:42:00 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM