Checkliste Saudi Arabien

Region: Mittlerer Osten
Hauptstadt: Riad


Aktuell

06.07.2015 - MERS-CoV - +

Hinweise

Sicherheit

Aus Sicherheitsgründen wird von Reisen in das Grenzgebiet zum Jemen und von nicht unbedingt notwendigen Reisen in den Bezirk Qatif (v.a. die Stadt Awamiyyah) in der Ostprovinz abgeraten.

In ganz Saudi-Arabien ist die Sicherheitslage weiterhin von der Möglichkeit terroristischer Anschläge geprägt: Obwohl die saudischen Sicherheitskräfte in den letzten Jahren Erfolge im Kampf gegen terroristische Gruppen wie Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAH) und ISIS erzielten, ist die Bedrohungslage weiterhin hoch. Seit September 2014 hat es mehrere Drohungen und auch konkrete Übergriffe gegen westliche Ausländer in Saudi-Arabien gegeben, in einem Fall mit Todesfolge. Frühere Anschläge richteten sich sowohl gegen die Regierung als auch gegen westliche Ziele (Einzelpersonen sowie von Ausländern bewohnte Compounds). Das saudische Innenministerium weist auf die Notwendigkeit steter Wachsamkeit hin. Vor diesem Hintergrund wird allen deutschen Staatsangehörigen empfohlen, besondere Vorsicht und Wachsamkeit zu wahren und sicherzustellen, dass sie sich auf ihre selbst getroffenen Sicherheitsmaßnahmen verlassen können.

Die Kriminalitätsrate steigt, bewegt sich jedoch auf vergleichbar niedrigem Niveau. In Riad wurden einige Fälle von Carjacking bekannt.

Große Menschenmengen, Versammlungen und Demonstrationen sollten gemieden werden. Insbesondere nach den Freitagsgebeten (muslimisches Wochenende) kann es zu – nicht immer friedlichen – Demonstrationen kommen.

Alle Deutschen, die - auch nur vorübergehend - im Amtsbezirk der Botschaft leben, können in eine Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes aufgenommen werden. Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit Sie - falls erforderlich - in Krisen und sonstigen Ausnahmesituationen schnell kontaktiert werden können. Die Aufnahme in die Krisenvorsorgeliste erfolgt passwortgeschützt im Online-Verfahren (http://service.diplo.de/registrierungav). Sollten Sie bei der Online-Registrierung auf Schwierigkeiten stoßen, senden Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft Riad über deren Kontaktformular mit einer kurzen Erläuterung oder rufen Sie unter der Telefonnummer +966 11 2776 Durchwahl 913 und 953 an.


Unterwegs

Saudi-Arabien ist kein touristisches Reiseland. Visa für Individualtouristen werden nicht erteilt. Transitreisen auf dem Landweg (beispielsweise in die VAE) sind nicht möglich. Es gibt nur einen sehr eingeschränkten Auslandstourismus - vorwiegend aus arabischen Nachbarländern. Einige wenige Gruppenreisen mit Reiseleitung aus westlichen Ländern sind jedoch möglich.

Die saudi-arabischen Behörden verbieten Reisen in die Wüste (Durchquerung der Rub al-Khali) aus Sorge um die Sicherheit ausdrücklich. Aus Gründen der Sicherheit verlangt das saudi-arabische Außenministerium Reisen zu touristischen Orten innerhalb Saudi-Arabiens vorher bei den Sicherheitsbehörden anzukündigen, damit Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können. Insbesondere für den Besuch von archäologischen Stätten verlangen die saudischen Behörden die Anwesenheit von Sicherheitskräften. Bitte nehmen sie dazu Kontakt auf mit der:

General Commission for Tourism & Antiquities
P.O Box 66680
Riyadh 11586
Kingdom of Saudi Arabia
Phone: +966 11 8808855 oder +966 11 800 755 0000
Fax: +966 11 8808844
Web: www.scta.gov.sa

Die heiligen Gebiete Medina und Mekka sind ein Tabu, Besuche der beiden Städte von Nichtmuslimen sollten besser vermieden werden.


Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in Riad, Djidda und Mekka gut. In anderen Landesteilen, auch in größeren Städten, ist das Niveau nicht immer verlässlich gesichert. Grundsätzlich ist für alle Reisenden eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall dringend empfehlenswert.

Für Ausländer sind nur private Gesundheitseinrichtungen frei zugänglich. Das eigentlich bessere staatliche Gesundheitswesen kann in der Regel nur in wirklichen Notfallsituationen und zur Erstbehandlung in Anspruch genommen werden.


Kulturelle Hinweise

Saudi-Arabien ist ein streng konservatives, muslimisches Land. Die in Saudi-Arabien geltenden gesellschaftlichen Regeln sollten beachtet, insbesondere Zurschaustellung oder gar Verteilung christlich-religiöser Symbole vermieden werden.

In der Kleidung haben sich Ausländer unbedingt den Landessitten anzupassen. Männer sollten auch bei 50°C in der Wüste stets lange Hosen und Hemden tragen, jedoch auf keinen Fall die den Einheimischen vorbehaltenen langen, weißen Gewänder (Thawb) und das weiße (Ghutra) oder rot-weiß gewürfelte Tuch (Schemagh) über dem Kopf, das von einer schwarzen Kordel (Agal) gehalten wird. Frauen muss dringend dazu geraten werden, außerhalb des Hotels und zur eigenen Sicherheit den üblichen schwarzen Umhang mit einem Kopftuch zu tragen.

Nach dem Gewohnheitsrecht reichen sich Männer und Frauen, die nicht miteinander verheiratet, oder im Mahram Status verwandt sind, nicht die Hände und reden nicht direkt miteinander.


Gesetze & Zollbestimmungen

Das saudi-arabische Strafrecht gilt als eines der strengsten der Welt, bereits für nach westlichem Standard kleinere Vergehen werden drakonische öffentliche Strafen wie Peitschenhiebe, Amputationen oder Hinrichtungen verhängt. Besucher sollten sich vor Reisen daher unbedingt genau informieren.

Es bestehen u. a. strenge Kleidungs- und Verhaltensvorschriften, die nach dem konservativen wahhabitischen Islamverständnis ausgelegt werden. Für Frauen muslimischen Glaubens ist das Tragen der Abaya in der Öffentlichkeit vorgeschrieben - diese muss Haare und Körper mit Ausnahme von Händen und Gesicht bedecken. Westlichen Frauen christlichen Glaubens wird ein größeres Maß an Freiheit zugestanden, so können die Haare unbedeckt bleiben. Es empfiehlt sich jedoch vor allem in den zentralen Provinzen des Landes, sich der Kleidung der muslimischen Frauen anzupassen.

Alkohol und Drogen sind ausnahmslos verboten. Verstöße werden sehr hart bestraft. Auch westliche Ausländer können dafür körperlich gezüchtigt werden. Auf Drogenbesitz und -konsum steht die Todesstrafe.

Auch Homosexualität ist unter Todesstrafe verboten – diese wird zwar momentan nicht verhängt, dafür aber mit bis zu 7000 Peitschenhieben bestraft. Auch bei Ehebruch ist eine Todesstrafe möglich, bereits das gemeinsame Übernachten in einem Zimmer von unverheirateten Partnern wird streng geahndet. Für Nicht-Muslime wird keine Ausnahme gemacht. Prostitution ebenfalls streng verboten.

Auch Verstöße gegen Verkehrsregeln werden sehr hart, meist sogar mit Haftstrafen, geahndet.
Offiziell gibt es kein Verbot für Frauen, Auto zu fahren. Jedoch ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist nicht erlaubt und da Frauen kein Führerschein ausgestellt werden darf, liegt dieser Tatbestand stets vor, wenn eine Frau sich an Steuer eines Fahrzeugs setzt.

Hinweis für Doppelstaatler: Reisende (auch minderjährige Kinder), die neben der deutschen zugleich auch die saudi-arabische Staatsangehörigkeit besitzen (etwa durch Abstammung von einem Elternteil mit saudi-arabischer Staatsangehörigkeit), werden entsprechend der allgemeinen internationalen Praxis in Saudi-Arabien ausschließlich als Staatsangehörige Saudi-Arabiens behandelt. Personen mit einer solchen doppelten Staatsangehörigkeit unterliegen uneingeschränkt den saudi-arabischen Gesetzen, sobald sie sich in Saudi-Arabien aufhalten (u.a. Wehrpflicht, familienrechtliche Bestimmungen). Nach dortigem Recht dürfen minderjährige Kinder (unter 21 Jahren) ohne Zustimmung des (saudi-arabischen) Vaters nicht ausreisen. Konsularische Hilfe durch die deutsche Botschaft ist für diesen Personenkreis in aller Regel nicht möglich.

Ein- bzw. Ausfuhr von Bargeld, konvertierbaren Mitteln, Edelmetallen und Edelsteinen: diese müssen vor der Einreise deklariert werden, wenn ihr Gesamtwert Saudi Riyal 60.000 (ca. 12.000 Euro) überschreitet. Hierzu muss beim Zoll eine Zollerklärung („Declaration Form“) des saudi-arabischen Ministeriums für Finanzen ausgefüllt werden (Angabe von Reisegründen, Persönliche Daten, Art und Höhe der eingeführten Werte). Die Einfuhr von Alkohol, Waffen und Schweinefleisch ist strengstens verboten.

Es werden harte Strafen bei Einfuhr von natürlichen und künstlichen Drogen aller Art verhängt - u. a. auch Captagon-Tabletten - (auch bei geringen Mengen kann die Todesstrafe drohen) und pornografischen Materials. Als pornografisches Material wird jegliche Darstellung von körperlicher Freizügigkeit, auch auf DVDs und CDs, angesehen.

Bei der Einfuhr von Bibeln, Koranen und religiösen Schriften kann es an der Grenze zu erheblichen Schwierigkeiten und Beschlagnahmen kommen. Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Saudi Arabiens Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.


Botschaftsadressen

Deutsche Botschaft

Adresse: Riad Diplomatic Quarter, Riyadh.
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 94001, Riyadh 11693, Saudi Arabia
Telefon: +966 112 77 69 00
Fax: +966 114 88 06 60
E-Mail: info@riad.diplo.de
Website: http://www.riad.diplo.de

Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien

Adresse: Tiergartenstr. 33-34, 10785 Berlin
Telefon: +49 30 8 89 25 00
Fax: +49 30 88 92 51 79

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Meningokokken   Vorschrift für alle Pilger und Umra-Reisende (Hadsch, Hajj, Haj, Hadj) ist die Impfung mit dem Vierfachimpftsoff gegen die Bakterienstämme A, C, W135 und Y. Die Impfung darf nicht älter als drei Jahre und nicht jünger als 10 Tage sein (Dokumentation im Impfpass!). Kinder im Alter von drei Monaten bis zwei Jahren müssen zwei Impfdosen im Abstand von drei Monaten erhalten haben.
Poliomyelitis   Pflichtimpfung (ganzjährig) für alle Kinder bis zu einem Alter von 15 Jahren (Nachweis bei Einreise; Dokumentation im Impfpass!)!
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber  

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Dengue-Fieber, Echinokokkose, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, HIV/AIDS, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Leishmaniose, viszerale (Kala Azar), Phlebotomusfieber, Rift-Valley-Fieber, Tollwut, Typhus,

Malaria

Das Risiko ist ganzjährig in ländlichen Gebieten des Südwestens gegeben. Es kommt überwiegend die lebensgefährliche Malaria tropica vor.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Die Vorlage einer Einladung nach Saudi-Arabien sowie ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass ist für die Beantragung eines Visums erforderlich. Geschäftsreisende benötigen ein Schreiben ihres Unternehmens, das von der IHK in Deutschland beglaubigt ist, und ein von der IHK in Saudi-Arabien beglaubigtes Einladungsschreiben des saudischen Partners. Sie können auch die Zustimmung der saudischen Investitionsförderungsgesellschaft SAGIA vorlegen. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit der Erteilung eines Visums durch SAGIA. Dies ist auch von Drittländern aus möglich. Es ist empfehlenswert, nähere Informationen hierzu unter www.sagia.gov.sa einzuholen. Die Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien erteilt hierzu weitere Auskünfte. Für die kleine und große Pilgerfahrt werden besondere Einreisevisa von den saudischen Behörden erteilt. Während der Pilgerzeit gelten für die Einreise von Pilgern besondere Gesundheits- und Hygienebestimmungen. So ist etwa eine Meningokokkenimpfung hierfür ebenso Pflicht wie eine Impfung gegen die so genannte Schweinegrippe (sofern der Pilger aus einem Land einreist, in dem diese Impfung bereits erhältlich ist). Ein HIV-Test wird dann verlangt und auch durchgeführt, wenn ein Langzeit- (Arbeits-) Visum beantragt wird. Ist der HIV-Test positiv, wird das Visum nicht erteilt.


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:42:02 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM