Checkliste Sierra Leone

Region: Westafrika
Hauptstadt: Freetown


Aktuell

09.07.2015 - Ebola-Fieber - +

Hinweise

Sicherheit

Aufgrund der immer noch nicht beendeten Ebola-Epidemie rät das Auswärtige Amt weiterhin von Reisen nach Sierra Leone ab. Dringend benötigtes medizinisches, humanitäres oder technisches Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie ist hiervon ausgenommen. Die Fallzahlen sind zwar inzwischen rückläufig, jedoch werden in Sierra Leone wöchentlich immer noch ca. 10 Neuinfektionen registriert (Freetown und Umgebung und Kambia). Es wird dringend angeraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten sowie bei Reisen ins Land besondere Vorsicht walten zu lassen.

Größere Menschenansammlungen sollten generell gemieden werden. Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl ist verbreitet; Gewaltverbrechen nehmen zu. Besonders an Feiertagen ist besondere Vorsicht geboten, da die dann oft großen Menschenansammlungen die Hemmschwelle senken.

An den Stränden ist wegen der teils starken Strömungen beim Schwimmen äußerste Vorsicht geboten.


Unterwegs

Im Zuge der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs ist an den Grenzen und Flughäfen anderer (westafrikanischer) Staaten mit verstärkten Kontrollen zu rechnen. Bei medizinischen Auffälligkeiten (insbesondere erhöhte Körpertemperatur) im Rahmen solcher Kontrollen sind Probleme bei Ein- bzw. Ausreise bis hin zu z.B. Zwangsquarantänemaßnahmen nicht auszuschließen.

Der von der sierra-leonischen Regierung im Rahmen des Kampfes gegen Ebola verhängte Ausnahmezustand ist mittlerweile zwar gelockert worden, ist jedoch weiterhin in Kraft. U.a. sind Menschenansammlungen von mehr als 10 Personen verboten.

Während des Bürgerkriegs Ende in den 1990er Jahren wurden weite Teile des Landes zerstört und auch heute ist der (Wieder-)Aufbau der Infrastruktur bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Reisen außerhalb Freetowns – vor allem in die größeren Städte Bo, Kenema, Makeni und über die Grenze bei Kambia nach Guinea – sind nur nach vorheriger Genehmigung durch sierraleonische Behörden möglich. Die Hauptstraßen sind weitgehend wieder hergestellt. Dennoch sollten Reisen in das Landesinnere wegen der während des Bürgerkrieges weitgehend zerstörten Infrastruktur nur nach sorgfältiger Planung und wenn möglich in Absprache mit einer der vielen in Sierra Leone vertretenen Hilfsorganisationen erfolgen – dies gilt insbesondere für die Regenzeit von Mai bis November. Weitgehend zerstört ist auch die touristische Infrastruktur an den landschaftlich schönen Stränden außerhalb Freetowns.

Der internationale Flughafen Lungi liegt auf einer Halbinsel. Um nach Freetown zu gelangen muss eine Fähre genommen werden. Über den Landweg werden 4-5 Stunden Fahrt benötigt. Bitte informieren Sie sich vorab, welche Transfermöglichkeit für Sie am Reisetag in Frage kommt.


Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch äußerst problematisch. Es besteht ein ausgeprägter Mangel an Fachärzten. Selbst in Freetwon ist die ärztliche Versorgung gegenwärtig sehr begrenzt. Die Ärzte sprechen in der Regel Englisch, in Freetown gibt es einige deutschsprachige Allgemeinmediziner und Fachärzte. Bei einer Erkrankung im Binnenland behindern zusätzlich die schlechten Straßen einen oft gebotenen raschen Transport nach Freetown bzw. eine Evakuierung ins Ausland. Während der sechsmonatigen Regenzeit können auch Rettungshubschrauber nur eingeschränkt verkehren.

Weiterführende Behandlungen und Operationen sollten in Europa durchgeführt werden. Für den chirurgischen Notfall kommen nur eine Privatklinik und ein Krankenhaus einer Nichtregierungsorganisation in Betracht.

Das Mitbringen von Medikamenten ist erforderlich für Personen, die auf spezielle Medikamente angewiesen sind. Es gibt in Freetown einige Apotheken, die internationale Medikamente führen, sie haben jedoch ein begrenztes Sortiment. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor.


Kulturelle Hinweise

Etwa 70 % der Bevölkerung sind Muslime, 20 % Christen, die übrigen bekennen sich entweder zu keiner Religion oder sind Anhänger von Naturreligionen.


Gesetze & Zollbestimmungen

Die Sierra Leonische Polizei erhebt für das Ausstellen eines Polizeiberichts für Versicherungszwecke für Ausländer eine Gebühr in Höhe von 300.000,-- SLL. Es ist nicht möglich eine „Crime Reference Number“(nötig für Versicherungszwecke) ohne Polizeibericht zu erhalten. Bevor ein Polizeibericht mit „Crime Reference Number“ erstellt wird, muss die fällige Gebühr bei der „Bank of Sierra Leone“ für „Sierra Leone Police Revenue Generation Fund Account“ bezahlt und die dafür erhaltende Quittung der Polizei vorgelegt werden. Zahlen Sie nicht direkt bei der Polizei. Wollen Sie nur ein Verbrechen melden, fallen keine Gebühren an.

Ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit, das formal nicht außer Kraft gesetzt wurde, verbietet männliche Homosexualität; weibliche Homosexualität ist gesetzlich nicht untersagt. Laut diesem Gesetz aus dem Jahr 1861 ist bei Männern 10 Jahre Gefängnisstrafe für die Absicht einer unzüchtigen Handlung angesetzt. Das Gesetz wird jedoch in der Praxis nicht angewendet. Homosexualität wird jedoch von vielen Teilen der Bevölkerung abgelehnt und als Verstoß gegen traditionelle Normen und Werte betrachtet.


Geld

Kreditkarten sind nicht verbreitet, werden aber in den größeren Hotels zunehmend akzeptiert. Bargeldumtausch ist in den großen Hotels an der Rezeption möglich. Ansonsten kann Bargeld (USD, britische Pfund, Euro) in den Banken und Wechselstuben in der Innenstadt umgetauscht werden.


Botschaftsadressen

Botschaft der Republik Sierra Leone

Adresse: Herwarthstr. 4, 12207 Berlin
Telefon: (030) 772 058 50, (030) 772 058 515
Fax: (030) 772 058 52 9
E-Mail: slberlin@foreignaffairs.gov.sl
Website: http://www.slembassy-germany.org

Deutsche Botschaft in Sierra Leone

Adresse: Freetown 3, Middle Hill Station, Freetown.
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P. O. Box 728, Freetown, Sierra Leone
Telefon: +232 78 73 21 20
E-Mail: info@freetown.diplo.de
Website: http://www.freetown.diplo.de

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Cholera  
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Masern  
Meningokokken  
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen
Gelbfieber  

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Cholera, Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Dengue-Fieber, Ebola-Fieber, Gelbfieber, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, HIV/AIDS, Lassa-Fieber, Lymphatische Filariose, Rückfallfieber, Schlafkrankheit, Tollwut, Typhus,

Malaria

Ganzjährig landesweit hohes Malaria-Risiko. Es kommt überwiegend die lebensgefährliche Malaria tropica vor.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Die Verlängerung des Visums im Lande ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Das Visum muss rechtzeitig vor der Reise bei der Botschaft von Sierra Leone in Bonn beantragt werden. Für die Visaerteilung ist ein Reisepass erforderlich, deutsche Kinderausweise werden uneingeschränkt anerkannt. Der Eintrag von Kindern im Pass miteinreisender Eltern (ohne Lichtbilderfordernis) ist gleichermaßen ausreichend. Alle Einreisedokumente müssen bei Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein. Bei Ausreise ist eine Flughafengebühr zu entrichten. Bei Flügen von und nach Europa ist die Gebühr meist schon im Flugticket enthalten..


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:42:02 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM