Checkliste Indien

Region: Indischer Subkontinent
Hauptstadt: Neu Delhi


Hinweise

In Ladakh (Jammu und Kaschmir) sind nach der Flutkatastrophe vom August wesentliche Teile der Infrastruktur bislang nur notdürftig und behelfsmäßig instand gesetzt. Einige Trekking-Routen sind nicht sicher passierbar. Trekkern wird daher dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauenswürdigen und ortskundigen Führern beraten zu lassen.

Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in verschiedenen Städten angespannt. Diese Anschläge richten sich neuerdings auch gezielt gegen verschiedene von ausländischen Touristen und Geschäftsleuten aufgesuchte Hotels und Restaurants. Es wird weiterhin generell zu erhöhter Wachsamkeit geraten, besonders beim Besuch von Märkten, öffentlichen Plätzen und großen Menschenansammlungen sowie Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere auch im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage. sowie von Großereignissen wie den "Commonwealth Games" (03. bis 14. Oktober 2010 in Neu Delhi). Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere Neu Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen.

Das allgemeine kriminelle Risiko für Ausländer in den touristisch stärker erschlossenen Gegenden Indiens ist eher gering. Reisende, insbesondere Frauen, sollten sich jedoch auch dort stets von Vorsicht leiten lassen.

Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird von Reisen nach Jammu und Kaschmir abgeraten. Sowohl in den Städten Srinagar als auch in Jammu ist es zu Bombenattentaten insbesondere an öffentlichen Plätzen gekommen. Weitere gewalttätige Auseinandersetzungen, vor allem im Landesteil Kaschmir, sind nicht auszuschließen. Im Landesteil Jammu hat sich die Lage nach gewaltsamen Protesten beruhigt; auch dort besteht aber weiterhin die Gefahr neuer Unruhen. Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen zu zelten.

Bei Reisen in die Nordostregion Indiens besteht wegen der dort seit Jahren aktiven militanten Gruppierungen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Assam, Manipur und Nagaland. Obwohl sich Anschläge und Protestaktionen bisher nicht gegen Ausländer und Touristen richteten, sind Reisende im Nordosten besonderen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind in den genannten Gebieten nicht auszuschließen. Wer reist, sollte sich über die aktuelle Lage informiert halten, sich potentielle Gefährdungen vor Augen führen und situationsgerecht verhalten.

In Darjeeling und Umgebung ist bis auf Weiteres mit kurzfristig angesetzten Streiks und Demonstrationen zu rechnen, die in Gewalt ausarten können. Dabei kommt die von Touristen in Anspruch genommene Infrastruktur zum Erliegen. Touristen sind nicht Ziel der Streiks und Auseinandersetzungen, wurden aber wiederholt kurzfristig zum Verlassen ihres Urlaubsortes aufgefordert. Betroffen sind die Gebirgsorte Darjeeling, Kurseong und Kalimpong, sowie im Tal der Zufahrtsort Siliguri und möglicherweise auch der nahegelegene Flughafen Bagdogra. Es wird empfohlen, kurz vor einer geplanten Reise in dieses Gebiet Informationen vom lokalen Reiseveranstalter oder der gebuchten Unterkunft einzuholen.

In den östlichen und südöstlichen Bundesstaaten Kernindiens von Bihar bis zu den östlichen und südlichen Grenzgebieten von Andhra Pradesh besteht ein erhöhtes Risiko von Gewalttaten und Gewaltkriminalität durch maoistische Gruppierungen („Naxaliten“), besonders außerhalb größerer Städte. Deren Aktionen richteten sich bislang allerdings nicht gegen Ausländer.

Wegen Ausschreitungen gegen Christen und ihre Einrichtungen wird von Reisen in den Distrikt Kandhamal (Bundesstaat Orissa) bis auf Weiteres abgeraten. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ausländer dort in Gefahr geraten können, obwohl sich die Angriffe bisher gegen einheimische Christen gerichtet haben.

Besondere Reisegenehmigungen werden u.a. für Sikkim, Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur und Mizoram wie auch für die Inselgruppe der Andamanen (Andaman Islands) benötigt. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist für Touristen nicht zugänglich.

Die Lektüre einschlägiger Reiseführer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu möglichen Risiken für Reisende wird empfohlen.

Bei "Trekking"-Touren sollte unbedingt sichergestellt werden, dass ausreichend starke Funkgeräte mitgeführt werden, da anderenfalls in Notfällen eine rechtzeitige Einleitung von Rettungsaktionen nicht sichergestellt ist.

Die medizinische Versorgung ist mit Europa teilweise nicht zu vergleichen und ist vielfach, besonders auf dem Land und in kleinen und mittleren Städten, technisch, apparativ und hygienisch problematisch. In den Großstädten ist die medizinische Versorgungslage deutlich besser und entspricht häufig internationalem Standard. Eine ausreichende Auslandskranken- und Reiserückholversicherung werden jedoch empfohlen. Das Medikamentenangebot in Indien ist gut. Am besten gelagert sind die Medikamente in den Krankenhausapotheken. Spezifische Medikamente sollten zur Sicherheit mitgenommen werden. Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit einer Reiserückholversicherung sind dringend zu empfehlen.

Devisen ab einem Betrag von 5000 USD (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenstände (z.B. Videokameras) müssen deklariert werden. Die Einfuhr von Goldmünzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ebenso verboten ist die Ein- und Ausfuhr von Rupien. Bei einem Verstoß gegen Zoll- oder Einreisevorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Der Besitz selbst von kleinen Mengen Drogen ist verboten und wird mit harten Haftstrafen geahndet.

Deutsche Botschaft in Indien

Telefon: (00 91 11) 44 19 91 99
Fax: (0091 11) 26 87 31 17
E-Mail: info@new-delhi.diplo.de
Adresse: No. 6/50G,Shanti Path, Chanakyapuri, New Delhi 110021
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 613, New Delhi 110001, Indien
Internet: http://www.new-delhi.diplo.de

Indische Botschaft in Deutschland

Telefon: 030-25 79 5-0
Fax: 030-25 79 5-102
E-Mail: dcm@indianembassy.de
Postadresse: Tiergartenstraße 17, 10785 Berlin
Internet: www.indianembassy.de

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Cholera  
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Japanische Enzephalitis  
Meningokokken  
Tollwut   Impfstoff gegen Tollwut ist in einigen Regionen Indiens schwer erhältlich.
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber   Kinder unter 6 Monaten sind davon ausgenommen. Bei Einreise aus Argentienien, Mauretanien und Paraguay isr derzeit keine Impfung erforderlich, jedoch kann die indische Regierung bei Auftreten von Gelbfieber-Ausbrüchen jederzeit weitere Länder auf die Impfliste setzen. Jeder (außer Kinder unter 6 Monaten), der ohne Gelbfieberimpfnachweis über den Luft- oder Seeweg nach Indien einreist und innerhalb der letzten 6 Tage in einem Gelbfiebergebiet war (auch Transit), wird für 6 Tage unter Quarantäne gestellt.

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Chikungunya-Fieber, Cholera, Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Dengue-Fieber, Echinokokkose, Fievre boutonneuse, Fleckfieber, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis E, HIV/AIDS, Japanische Enzephalitis, Kyasanur-Wald-Fieber, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Leishmaniose, viszerale (Kala Azar), Leptospirose, Lymphatische Filariose, Meningokokken-Meningitis, Nipah Virus Infektion, Pest, Phlebotomusfieber, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Rückfallfieber, Tollwut, Tuberkulose, Typhus, West-Nil-Fieber,

Malaria

Ein Malaria-Risiko ist ganzjährig in regional unterschiedlicher Höhe vorhanden. Malaria tertiana macht etwa 60 % der Fälle aus, die lebensgefährliche Malaria tropica ca. 40%.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Für Reisen nach Indien ist ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass bzw. ein mit Lichtbild versehener Kinderausweis und ein Visum erforderlich, welches von den Vertretungen Indiens ausgestellt wird. Die Einreise von Kindern bis zu 16 Jahren, die im Pass der Eltern eingetragen sind, ist möglich, sofern dies im Visum vermerkt ist. Die Einreise mit einem Personalausweis oder Pass ohne Visum ist nicht möglich. Das Visum kann nicht an der Grenze oder am Flughafen beantragt werden. Das Antragsformular ist gegen Rückporto bei den Vertretungen Indiens erhältlich. Touristenvisa werden mit einer Gültigkeitsdauer von 6 Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei mehrmalige Einreisen möglich sind (multiple entry visa). Die Einreise muss innerhalb von 6 Monaten nach Ausstellung des Visums erfolgen und berechtigt zu einem Aufenthalt in Indien für die Restlaufzeit des Visums. Eine Verlängerung der Gültigkeit des Visums in Indien durch das zuständige örtliche Foreigners’ Regional Registration Office (FRRO) erfolgt nur in begründeten Ausnahmefällen, wie z.B. ernsthafte Erkrankung am Urlaubsort u.ä. Bei einem Aufenthalt von mehr als 6 Monaten besteht eine Registrierungspflicht beim District Foreigners' Registration Office bzw. beim Foreigners' Regional Registration Office, welche innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden muss. Außerdem ist bei einem Aufenthalt von mehr als 6 Monaten eine Tax Clearance vor der Abreise notwendig. Reisende, die nicht innerhalb der Gültigkeit des Visums ausreisen, müssen mit einer Haftstrafe und mehrjährigem Einreiseverbot rechnen.


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:41:55 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM