Rickettsiosen

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht




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siehe Rocky Mountain Spotted Fever
siehe Tsutsugamushi-Fieber
siehe Q-Fieber
siehe Fleckfieber

Erreger

Rikettsia prowazeki, R. mooseri, R. ricketsi, R. tsutsugamushi, R. conori, R. akari, Coxiella burneti und weitere.

Verbreitung

In den verschiedenen Formen weltweit. Klassisches und murines Fleckfieber sowie Q-Fieber: weltweit; Zeckenbißfieber: in der Alten Welt und Australien; RMSF: Atlantikküste der USA, aber auch Kolumbien, Brasilien, Mexiko, Nordasien, Sibirien, Mongolei; Tsutsugamushi-Fieber: Asien, Australien, Pazifische Inseln.

Übertragung

Durch Arthropoden. Vektoren sind Zecken, Milben und Milbenlarven, die durch den Biß infizieren, oder Läuse und Flöhe, deren infektiöse Fäzes in Hautläsionen eingerieben werden. Ausnahme: Q-Fieber wird meistens durch aerogene Übertragung verbreitet. Zecken u.a. : RMSF, Zeckenbißfieber; Milben: Tsutsugamushi-Fieber, Rickettsienpocken, Läuse: klassisches Fleckfieber, Flöhe: murines Fleckfieber. Tierisches Reservoir: Nagetiere und andere Säugetiere.

Inkubationszeit

Je nach Erkrankung zwischen 3 und 20 Tagen.

Symptomatik

Typischerweise akut mit Fieber, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellungen und Exanthem ( bei Oroya- und Q-Fieber sehr selten). Übliche Komplikationen sind Thrombosen und Blutungsneigung in Form von Petechien und Gastrointestinalblutungen. Im Falle von Zeckenbißfieber, Rickettsienpocken und Tsutsugamushi-Fieber ist noch die Primärläsion in Form einer Papel mit zentraler, schwarzer Nekrose sichtbar. Schwer verlaufende Rickettsiosen manifestieren sich auch als Enzephalitis, Myokarditis, Nephritis, Hämorrhagien und Gangrän.

Diagnostik

Routinemäßige Laboruntersuchungen sind diagnostisch nicht relevant und reflektieren nur den Schwergrad der Organbeteiligung. Die Diagnose wird über den Nachweis spezifischer Serumantikörper gestellt: KBR (Komplementbindungreaktion), MA (Mikroskopische Agglutination), IFA (indirekte Immunfluoreszenz) und andere Tests.

Therapie

Chloramphenicol oder Tetracycline sind die Mittel der Wahl. Sie wirken rickettsiostatisch. Das Ansprechen ist bei Therapiebeginn mit dem Auftreten des Ausschlages am besten, bei späterem Therapiebeginn erfolgt die Genesung langsamer. Bei Therapiebeginn in der Spätphase ist die Gabe hoher Kortikoiddosen indiziert.

Prophylaxe

Bekämpfung von Läusen, Flöhen und Nagern mit Pestiziden. Nagerfreie Wohnungen sind anzustreben. Bekämpfung von Lausbefall. Postexpositionelle Prophylaxe mit Doxycyclin nach Arthropodenbissen in Rickettsiose-endemischen Gebieten.

Immunisation

Fleckfieber-Impfstoffe können bei Epidemien über WHO bezogen werden. Eine Q-Fieber Impfung ist regional verfügbar.

Meldepflicht

Verdacht, Erkrankung und Tod bei klassischem Fleckfieber.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS