Hepatitis D

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Erreger

Hepatitis-D-Virus (inkomplettes Virus).

Verbreitung

Entspricht grob Hepatitis B - Verteilung. Gehäuft im nördlichen Südamerika, Süd-Pazifik, Nilländer und Nord-Afrika, Teile Vorderasiens, Rußland, Süd-Europa und Mittelmeerregion.

Übertragung

Vorrangig parenteral über Blut. Sexuelle Übertragung möglich, jedoch seltener. Auch über Schleimhäute und kleine Hautverletzungen Übertragung möglich. Perinatale Infektion möglich. Risikogruppen: Bluter, Dialysepatienten, i.v.-Drogenabhängige.

Inkubationszeit

2 - 4 Monate (Koinfektion). 3 Wochen (Superinfektion).

Symptomatik

Symptomatik und Verlauf bei Koinfektion (Infektion durch HDV zusammen mit HBV) und Superinfektion (Infektion mit HDV auf bereits bestehende Infektion mit HBV) unterschiedlich.
Koinfektion: Meist selbstlimitierende akute Hepatitis. Verlauf evtl. Biphasisch: Zuerst Hepatitis B, anschließend Hepatitis D. Symptomatik entsprechend anderen Hepatitiden: Gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Erbrechen. Anfänglich kurzdauerndes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen und Ikterus. Weiter Splenomegalie und Hepatomegalie. Urin braun, Stuhl hell. Selten fulminante Hepatitis.
Superinfektion: Schwer verlaufende akuten Hepatitis. Später meistens chronische Hepatitis.
Chronische Infektion: Krankheitserscheinungen über 6 Monate. Meist nach Superinfektionen, selten nach Koinfektionen. Symptome einer "Lebererkrankung" mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitmangel und Gewichtsverlust. Später Aszites, Ikterus und ösophagusvarizenblutungen. Zusätzlich extrahepatische Manifestationen: Periarteriitis nodosa, Glomerulonephritis. Prognose schlecht.

Diagnostik

Beinhaltet stets auch Hepatitis B Diagnostik.
Akute Hepatitis D Ko- oder Superinfektion: Anti-HDV-IgM bei Koinfektion evtl. negativ. Anti-HDV-IgG bei Koinfektion meist negativ. Negative Anti-HDV schließen Superinfektion grob aus. Negative Anti-HDV und negative HDV-RNS (PCR) schließt akute Infektion grob aus. HDV-Ag Nachweis mit Biopsie nur, wenn andere Methoden nicht möglich.
Abgelaufene Hepatitis D: Meist nur kurzdauernde Persistenz von Anti-HDV.
Chronische Hepatitis D: Verlauf progressiv. Positive Anti-HDV-IgG Hinweis auf chronische Hepatitis D. Anti-HDV-IgM korrelieren mit Entzündungsaktivität und Virusreplikation. Diagnosestellung mit HDV-RNS (PCR) möglich.

Therapie

Kausale Therapie nicht möglich. Bei chronischer Form unter Interferon nur Besserung während Anwendung. Lebertransplantation mit passiver Hepatitis B Immunisierung aufgrund Reinfektionsgefahr. Neugeborene von HBsAg-positiven und Anti-HDV-positiven Müttern Hepatitis B Simultanprophylaxe.

Immunisation

Aktive Immunisierung derzeit nicht möglich.

Meldepflicht

Erkrankung, Tod.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS