Rattenbißfieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Rattenbißfieber
Streptobazillose, Sodoku, Spirillose

Rattenbißfieber: ähnliche Krankheitsbilder - unterschiedliche Erreger. Streptobazillose (Streptobacillus moniliformis); Sodoku oder Spirillose (Spirillum minus).

Erreger

Streptobacillus moniliformis (Streptobazillose). Spirillum minus (Spirillose, Sodoku).

Verbreitung

Weltweit. Gehäuft städtische Siedlungen mit hoher Rattenpopulation.

Übertragung

Rattenbiß oder Biß von anderen Nagern oder rattenfressenden Tieren (Hund, Katze). Evtl. mit Sekreten in rattenbewohnter Umgebung über Hautverletzungen. Oral über kontaminierte Lebensmittel. Doppelinfektionen möglich (Streptobazillose und Spirillose).

Inkubationszeit

Streptobazillose: 3 - 10 Tage (1 - 22 Tage).
Spirillose: 1 - 3 Wochen (5 - 40 Tage).

Symptomatik

Streptobazillose: Plötzlich Schüttelfrost, hohes Fieber, heftige Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Erbrechen und ausgeprägtes Krankheitsgefühl. 1 - 3 Tage später makulopapuläres, masernartiges Exanthem. Gelenkbeteiligung (ein oder mehrere, große und kleinere Gelenke): Schwellung, Rötung und Schmerzen. Bißverletzung bei Krankheitsausbruch meist abgeheilt. Regionale Lymphadenopathie. Pharyngitis bei Lebensmittelinfektion. Beschwerden persistieren unbehandelt Wochen und Monate. Komplizierend (hämatogene Dissemination): Endokarditis, Perikarditis, Pneumonie, Tendosynovitis, sowie fokale Abszesse im Bindegewebe und Gehirn. Letalität (unbehandelt) bis 10 %.
Spirillosis: Schüttelfrost und Fieber. Mit Krankheitsbeginn bricht Bißverletzung auf. Regional Lymphadenitis. Makulopapulöses Exanthem (von Bißstelle aus). Selten Gelenkbeteiligung. Fieberschübe wiederholt. Komplizierend (hämatogene Metastasierung): Endokarditis, Myokarditis, Meningitis, Hepatitis und Nephritis. Letalität (unbehandelt) bis 10 %.
Doppelinfektionen möglich.

Diagnostik

Streptobazillose: Direkter Erregernachweis (gefärbter Ausstrich). Kultureller Erregernachweis. Serologisch mit Agglutinationstest (Titer 1:80, besser mehrfacher Titeranstieg).
Spirillose: Direkter Erregernachweis (gefärbter Ausstrich, Dunkelfeld- oder Phasenkontrastmikroskopie). Kultureller Erregernachweis nicht möglich. Tierinokulation (Maus, Meerschweinchen) zur Erregerisolierung am sensitivsten.
Streptobazillose und Spirillose: VDRL falsch positiv (bis zu 25 %).

Therapie

Antibiotisch mit Penicillin, evtl. kombiniert mit Streptomycin. Alternativ Tetracyclin.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS