TT-Virus-Erkrankung

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Synonym(a)

TT-Virus-Erkrankung, transfusion-transmitted virus

Erreger

Es gibt Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, bei denen weder Anzeichen einer durch Viren hervorgerufenen Infektion, Alkoholmißbrauch noch anderer Gifteinwirkungen nachweisbar sind. Es handelt sich dabei um eine sogenannte kryptogene, d.h. verborgene Hepatitis. Ende 1997 wurde in Japan ein DNA-Virus bei einem Blutspender ohne erhöhte Werte der Leber bzw. im Serum entdeckt. Der Namen TT-Virus leitet sich von dem englischen Ausdruck "transfusion-transmitted virus" ab.

Verbreitung

Das Virus scheint weltweit verbreitet zu sein.

Übertragung

Das Virus wird u.a. durch die Infundierung von Blutprodukten übertragen. Weltweit konnte das Partikel in humanen Plasmen und Seren nachgewiesen werden. Die Infektionsrate unter Hämophilie-Patienten war, bei regelmäßiger Gabe von entsprechenden Produkten, um so höher, je schwerer die Hämophilie war und je mehr Gerinnungspräparate gegeben worden waren. Darüber hinaus konnte die DNA des Virus in Tumor- und Nicht-Tumor-Gewebe von TTV-positiven Patienten mit einem Leberkrebs nachgewiesen werden. Ob eine fäkal-orale Übertragung möglich ist, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Auch eine sexuelle oder Mutter-Kind Übertragung ist nicht geklärt. Das hohe Vorkommen in der gesunden Bevölkerung weist auch auf andere Übertragungswege hin.

Inkubationszeit

Das Virus kann im Infizierten spontan eliminiert werden. Es kann aber auch jahrelang ohne klinische und unter dem Mikroskop zu sehende Symptome einer akuten oder chronischen Hepatitis verweilen. Welche Rolle der Erreger bei Lebererkrankungen spielt oder ob es sich um eine eventuelle unbeteiligte Begleiterscheinung handelt ist noch nicht geklärt.

Präpatenz

Patenz

Symptomatik

Bei massiv verlaufenden verborgenen Hepatitiden wurde teils ebenfalls TTV-Infektionen festgestellt. Auch vor Krankheitsbeginn bestehende Infektionen konnten nachgewiesen werden. Dadurch ist eine ursächliche Beteiligung des TTV nicht mehr ausgeschlossen.

Diagnostik

Ein Nachweis der TTV-DNA geschieht derzeit ausschließlich über PCR (Polymerasekettenreaktion).

Therapie

Prophylaxe

Es wird generell auf die üblichen Hygieneregeln hingewiesen.

Immunisation

Meldepflicht

Achtung




Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS