St. Louis Enzephalitis

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- Krankheitsnamen: St. Louis Enzephalitis

Synonym(a)

Amerikanische Enzephalitis, Saint Louis Encephalitis

Erreger

Das St.-Louis-Enzephalitis-Virus gehört in die Gruppe der Flavi-Viren.

Verbreitung

Die Erkrankung kommt als insgesamt seltene Erkrankung in Nord- (USA, Kanada), Zentral- (Panama) und Südamerika (Argentinien, Brasilien), Jamaika und Trinidad in zwei Formen (rural / urban) vor. Ausbrüche von mehr als 200 Personen sind bekannt. Das Virus tritt westlich des Mississippi endemisch, östlich davon epidemisch auf (Mississippi-Delta, Texas, Florida).

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch verschiedene Mückenspezies (Culex u.a.). Erreger konnten in Sperlingen und anderen Vögeln nachgewiesen werden. Eine Gefährdung besteht in der Nähe von Brutplätzen der Mücken, z.B. offene Wasserbehälter, stehende Gewässer, Dachrinnen etc. in urbanen und ländlichen Gebieten besonders im Sommer und im Herbst.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 4 - 21 Tage.

Symptomatik

Etwa 98% der Infektionen verlaufen subklinisch. Mit zunehmendem Alter steigt der Apparenzgrad an. Initial kommt es bei einem biphasischem Bild zu Fieber, katharralischen Erscheinungen und Cephalgie. Nach wenigen Tagen kann einem 1-3 -tägigen Intervall eine meningoenzephalitische Phase mit der Entwicklung einer aseptischen Meningitis oder Enzephalitis folgen. Es treten eine abrupt einsetzende Übelkeit, Fieber (3-10 Tage) und Schwäche auf, die Cephalgie verstärkt sich und wird begleitet von Somnolenz, Konfusion, Nausea und Vomitus. Weiterhin sieht man Zeichen der Nackensteifigkeit und eines steigenden Hirndrucks, Muskelschwäche, Schmerzen, Zittern, Spastik, Sehstörungen (N. abducens), Lichtscheu, dysurische Beschwerden und Dyspshagie. Normalerweise kommt es nach ein paar Tagen zu einer völligen Ausheilung, die enzephalitischen Symptome können noch längere Zeit nach Entfieberung anhalten. Die Letalität ist mit 10-30% ungewöhnlich hoch (Tod Ende der ersten Woche im Koma oder renales Versagen). Jedoch sind bei geschwächten und älteren Personen Rekonvaleszenzphasen über Monate oder länger möglich. Nervosität, leichte Erregbarkeit, Cephalgie, leichte Ermüdbarkeit sind auf die Rekonvaleszenz beschränkt. In ca. 5% ist mit Defektheilungen zu rechnen (Tremor, Gangstörung, Sprachbehinderung).

Diagnostik

Bei einer peripheren Leukopenie findet sich im Liquor eine anfangs mehr granulozytäre, dann lymphozytäre Pleozytose. Bei einer Meningo- / Enzephalitis ist das Eiweiß leicht erhöht, man kann also im Liquor eine vermehrte Zellzahl sowie Protein nachweisen, die Glukose bleibt im Normbereich.

Therapie

Die Behandlung der Komplikationen erfolgt orientiert an den Symptomen.

Prophylaxe

Chemische und physikalische Bekämpfungsmaßnahmen der Mücken und besonders ihrer Larven sind üblich.

Immunisation

Bisher steht kein Impfstoff zur Verfügung.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS