UV-Strahlung

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therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



-Erkrankungsformen: Sonnenbrand, -stich, Hitzschlag, Hautkrebs

Auslöser

UV-Strahlung
Urlaub ist heute oft mit dem Wunsch nach einem warmen Klima und Sonne verbunden. Leider wird jedoch häufig die schädliche Wirkung der Sonneneinstrahlung vergessen oder unterschätzt. Der Sonnenbrand ist deshalb auch die häufigste gesundheitliche Beeinträchtigung von Touristen.
Verantwortlich für den Sonnenbrand ist ein Zuviel an ultravioletter Strahlung (vor allem UV-B Strahlung). Je nach Hauttyp kann es schon nach einem 10-minütigen Sonnenbad zu einer deutlichen Hautrötung kommen. Abhängig von der Bräunungstendenz können grob die folgende Hauttypen unterschieden werden:
Typ 1: keine Bräunung = sehr hohes Sonnenbrandrisiko
Typ 2: geringe Bräunung = hohes Sonnenbrandrisiko
Typ 3: deutliche Bräunung = mittleres Sonnenbrandrisiko
Typ 4: starke Bräunung = sehr geringes Sonnenbrandrisiko
Hellhäutige Menschen (Typ 1) sind am anfälligsten für Schäden durch UV-B Strahlung während relativ Dunkelhäutige (Typ 4) nahezu kein Sonnebrandrisiko haben.

Symptomatik

Entsteht ein Sonnenbrand nach übermäßiger Sonneneinwirkung kommt es zunächst zu einer Hautrötung, deren maximale Ausprägung meistens 12 - 24 Stunden später erreicht ist. Die Haut fühlt sich heiß und gespannt an, gelegentlich schmerzt sie auch. Heilt der Sonnenbrand ab, beginnt die geschädigte Haut sich nach einigen Tagen zu schälen.

Therapie

Zweckmäßig zur Unterstützung des Heilungsprozessen sind kühle Duschen, kalte Kompressen und die Anwendung von Körperlotion bzw. Gels oder Salben gegen Sonnenbrand. Weitere Sonneneinwirkung sollte natürlich vermieden werden. In schlimmeren Fällen entwickeln sich auf der geröteten Haut flüssigkeitsgefüllte, schmerzhafte Blasen. Gelegentlich treten dann auch Beschwerden wie Fieber, Schwindel und Abgeschlagenheit auf.

Prophylaxe

Bräunung ohne Rötung kann man durch den Gebrauch von Sonnenmilch- oder creme mit dem richtigen Lichtschutzfaktor erreichen. Sonnencremes mit Lichtschutzfaktoren zwischen 2 und 35 sind erhältlich und sollen etwa 30 - 60 Min. vor einem Sonnenbad auftragen werden. Da Hellhäutige anfälliger für einen Sonnenbrand sind als dunkelhäutige Menschen, benötigen sie und einen höheren Lichtschutzfaktor. In den Mittagsstunden, besonders zwischen 10 und 16 Uhr, sollte man sich nicht länger als 10 Minuten ungeschützt in der Sonne aufhalten - auch im Schatten wird man braun! Zur Abschätzung der Sonneneinwirkung kann man auch „Sonnenmesser“ kaufen (Apotheke). Unter Berücksichtigung des Hauttyps und dem Lichtschutzfaktor der verwendeten Sonnencreme wird die Zeit angezeigt, die man maximal in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Sonnenanbeter sollten außerdem wissen, daß manche Medikamente (z.B. Antibiotika) eine sogenannte phototoxische Wirkung haben. Einnahme der Medikamente und gleichzeitige Sonnenbestrahlung kann zu schweren Hautausschlägen führen. Informieren Sie sich bitte über solche Medikamentennebenwirkungen bei Ihrem Hausarzt. Bei Frauen, die die Pille nehmen kann es nach intensiven Sonnenbädern zu Hautverfärbungen in Form von bräunlichen Flecken („Chloasmen“) kommen. Diese finden sich oft im Gesicht, sie sind ungefährlich aber kosmetisch störend. Sie sollten deshalb auf jeden Fall ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benützen und zudem nur maßvoll Sonnenbaden.
Wird das Mittel Doxycyclin zur Malariaprophylaxe eingenommen, sollten Sie daran denken, daß die Sonnenbrandgefahr größer ist. Auch in diesem Fall ist die Anwendung einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 20) angeraten. --- Werden Insektenschutzmittel und Sonnencreme gleichzeitig verwendet, bitte zuerst das Insektenschutzmittel und dann die Sonnencreme auftragen.

Achtung

Die Zeit des Sonnenaufenthaltes ist nur langsam zu steigern. Besonders intensiv ist die Strahlung im Hochgebirge und an der See. Auch wenn die Sonne nicht zu sehen ist, dringen UV-B Strahlen durch Wolken, Wasser und dünne Kleidung. Außerdem steigert jeder Sonnenbrand das Risiko einer malignen Entartung. Insbesondere Kinder sollten deshalb nie ungeschützt einer Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Bei unvermeidbaren, längeren Aufenthalten in der Sonne ist ein geeigneter Sonnen- und Wärmeschutz wichtig: also Kopfbedeckung und weite, leichte Kleidung. In Australien und Neuseeland sind diese Vorsichtsmaßnahmen besonders wichtig, da durch die dort sehr dünne Ozonschicht die Wirkung der UV-B Strahlung verstärkt ist.

Zu lange Aufenthaltszeiten in der Sonne oder in großer Hitze können außerdem Ursachen für einen Sonnenstich bzw. einen Hitzschlag sein. Folgende Beschwerden sind Symptome des Sonnenstichs und Vorboten eines Hitzschlags: Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Erste-Hilfe-Maßnahmen in diesen Fällen sind das Aufsuchen einer kühlen Umgebung (Schatten, klimatisierte Räume), Trinken von kaltem Wasser, kühlende Umschläge und Hochlagern der Beine. Suchen Sie bitte möglichst schnell ärztliche Hilfe. Neben maßvollem Sonnenbaden wirkt auch hier vorbeugend leichte und bequeme Kleidung, ein Sonnenhut und die Aufnahme von genügend Flüssigkeit (keine alkoholischen Getränke!).


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS