Hämorrhagische Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht




Link zu verwandten Themensiehe Marburg-Virus Krankheit
siehe Ebola-Fieber
siehe Lassa-Fieber
siehe Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber
siehe Bolivianisches hämorrhagisches Fieber
siehe Dengue-Fieber
siehe Hanta-Virus
siehe Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber
siehe Rift-Valley-Fieber
siehe Omsk Hämorrhagisches Fieber

Hämorrhagisches Fieber

- Krankheitsnamen: Hämorrhagisches Fieber - Beispiele sind die Ebola- und Marburg Virus-Erkrankung, Gelbfieber, Lassafieber, Argentinisch Hämorrhagisches Fieber, Bolivianisch Hämorrhagisches Fieber, Dengue Hämorrhagisches Fieber, Hantaan-Virus-Infektion, Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber, Rifttalfieber, Hämorrhagisches Omsk-Fieber, Japanische-B-Enzephalitis, etc.

Erreger

Der Begriff bezeichnet eine Gruppe von fiebrigen Viruserkrankungen, in deren Verlauf es zu Blutgerinnungsstörungen sowie Haut- und Schleimhautveränderungen mit oft lebensgefährlichen, hämorrhagischen Diathesen wechselnder Schwere und Lokalisation kommt. Zum Teil sind die Krankheitserreger noch nicht bekannt.

Verbreitung

Die Verbreitung betrifft fast ausschließlich die Tropen und Subtropen.

Übertragung

Virale hämorrhagische Fieber (VHF) unterscheiden sich hinsichtlich der Übertragungsmodi und der Art des örtlichen Auftretens, d.h. die Krankheit ist an bestimmte Biotope und ökosysteme gebunden. Eine Übertragung ist durch Arthropoden, Nager und Kontakt möglich. Bestimmte Säugetier wirken dabei als Verstärker (Amplifierwirte), so. z.B. Affen, Wiederkäuer.

Inkubationszeit

Unterschiedlich.

Symptomatik

Es wird oft ein biphasischer, d.h. sattelartiger, Verlauf beobachtet. Der ersten, plötzlich einsetzenden Fieberphase als Ausdruck der ablaufenden Virämie folgt eine kurze Phase allgemeinen Wohlbefindens. Danach kommt es erneut zu einem Fieberanstieg mit den typischen Zeichen einer gestörten Organfunktion. Es kommt zu Störungen der Gefäßpermeabilität, der Blutgerinnung und zu einer hämorrhagischen Diathese unterschiedlicher Stärke und / oder zu hypovolämischen Schockzuständen, die tödlich enden können.

Diagnostik

Es stehen zahlreiche serologische Untersuchungen zur Verführung. Der Nachteil besteht in dem nur in mehreren Proben abzusichernden Antikörperanstieg, der für den Kliniker häufig zu spät kommt. Klassische Untersuchungsverfahren sind HAH, KBR, VNT, IFAT und AGPT, andere ELISA und RIA. Dem Virusnachweis im Blut, in Erythrozyten, Zerebrosapinaler Flüssigkeit, Gewebeproben, Rachenspulflüssigkeit, Urian etc. während der virämischen Phasen stehen entsprechende Schwierigkeiten, z.B. richtiger Zeitpunkt, Transport, geeignetes Labor, entgegen.

Therapie

Für viele dieser Erkrankungsformen stehen noch keine spezifischen Behandlungsformen zur Verfügung, so daß meistens eine symptomatische Behandlung (Plasmaexpander, Vollblut) angezeigt ist. Die Therapie sollte an den Verfahren der modernen Intensivmedizin orientiert sein. Sie kann z.B. Ribavirin (Lassafieber) einschließen. Die Behandlung mit Kortikosteroiden waren bis dato nicht von Erfolg gekrönt. Interferon wird in seiner Wirkung noch erprobt. Spezifische Immunglobuline wirken beim Junin-Fieber.

Prophylaxe

Viele Anthrophile Moskitos brüten in der Nähe von Häusern und stechen tagsüber. Es empfiehlt sich daher für die Besucher endemischer Gebiete, entsprechende Repellentien anzuwenden. Gegen nachtaktive Mücken schützt man sich am besten mit Moskitonetzen, körperbedeckender Kleidung und Repellentien und Insektiziden. Die eingehende körperliche Untersuchung in entsprechenden Gegenden zur Entfernung ist notwendig um evtl. anhaftende Zecken schnellstmöglich zu entfernen. Dicht abschließende Kleidung, hohe Schuhe, Kniestrümpfe empfehlen sich für einen Aufenthalt im Busch. Milben haften gern entlang der Gürtellinie und sind bevorzugt hier zu suchen. Auch Isolierungsmaßnahmen zur Errichtung einer wirksamen biologischen Barriere sind erforderlich. Selbst die einfache Methode des "barrier nursing" unter Verwendung von Einwegschutzkleidung, Gesichtsmasken etc. bietet bereits einen guten Schutz. Auch die Einbindung von Kontaktpersonen und Verdachtsfällen in eine Quarantänemaßnahme ist zu prüfen.

Immunisation

Eine Impfung ist gegen Gelbfieber, Rifttalfieber, Hämorrhagisches Omsk-Fieber und Japanische-B-Enzephalitis möglich. Impfstoffe gegen andere hämorrhagische Fieber befinden sich noch in der Entwicklung (Erprobung/Experimentierstadium).

Meldepflicht

Unterschiedlich.

Achtung

die Kenntnis der Inkubationszeiten, die Periode der Infektiosität und ein generelles Wissen um die Einschleppungsmöglichkeiten dieser Erkrankungsformen ist für medizinisches Personal von großer Bedeutung.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS