Chikungunya-Fieber

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patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


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- 05.05.2015 - Kolumbien - - 05.05.2015 - Mexiko - - 05.05.2015 - El Salvador -

Krankheitsnamen:
Chikungunya Fieber, Buggy Creek Virus, "Chinese fever" oder "Asian flu"

Erreger

Chikungunya Virus ((+)ssRNA), Familie Togaviridae, Genus Alphavirus.

Verbreitung

Tropisches und subtropisches Afrika südlich der Sahara, Indien, Indischer Ozean und weite Teile Südostasiens und einige Gebiete im West-Pazifik.

Übertragung

Tag- und nachtaktive Moskitos: meist Aedes aegypti und A. albopictus. Der Endemiezyklus ist ähnlich dem des Dengue- und des urbanen Gelbfiebers. In Afrika sind Affen der natürliche Wirt der Viren. Auch wurde festgestellt, dass ungeborene Kinder im Mutterleib infiziert werden können.

Inkubationszeit

2 bis 12 Tage.

Symptomatik

Erkrankung anfänglich ähnlich der Influenza. Zu Beginn plötzlicher starker Fieberanstieg, Muskel- Kopf- und Gelenkschmerzen (Myalgien, Arthralgien in 70% der Fälle). Nach kurzer zwischenzeitlicher Besserung kann es zu einem erneuten Fieberanstieg mit stärksten Gelenkschmerzen kommen. Die Gelenke sind geschwollen und sehr empfindlich (z.B. berührungsempfindlich), selten gerötet. Meist ist der Gelenkbefall bilateral-symmetrisch, insbesondere sind die Extremitäten betroffen. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Blutgerinnungsstörungen. Die Erkrankung heilt meist innerhalb von zwei Wochen folgenlos aus, bei bis zu 10% der Erkrankten persistieren die Gelenkbeschwerden noch für Monate (mit der Unfähigkeit zum Gehen), vor allem wenn die Gelenke bereits vorgeschädigt waren. Bisweilen tritt ein makulopapulöses, nicht juckendes Exanthem auf, welches nach dem Abklingen bräunliche Hautveränderungen hinterlassen kann. Sehr selten kommt es zum Auftreten von Hämorrhagien.

Komplikationen

Komplikationen sind selten, meist Gelenkschmerzen. Die Erkrankung stellt ein besonderes Risiko für Schwangere, chronisch Kranke und Menschen mit vorgeschädigten Gelenken dar.

Prognose

Die Prognose ist gut. Todesfälle sollen gewöhnlich nicht auftreten, jedoch sind mehr als 70 Menschen (die meisten mit Vorerkrankungen) im Jahr 2005 auf Reunion aufgrund des Chikungunya Fiebers verstorben. Nur ein geringer Anteil der Patienten leidet unter monatelangen Gelenkbeschwerden.

Diagnostik

Virusnachweis aus dem Blut (während der ersten 3 bis 5 Krankheitstage) oder Anzucht in Gewebekulturen. Detektion von viraler RNA mittels PCR, Serologie: NT, HHT, KBR, ELISA, IF (Nachweis von spezifischen Antikörpern ab 8 bis 10 Krankheitstag). Nachweis von spezifischem IgM oder Titeranstieg von spezifischem IgG sind beweisend.

Differentialdiagnose

Dengue-Fieber, O'nyong-nyong Fieber

Therapie

Eine spezielle Therapie oder eine Impfung gibt es nicht. Therapie symptomatisch.

Prophylaxe

Mückenschutz am Tag und in der Nacht.

Immunisation

Eine Impfung ist zur Zeit nicht möglich, jedoch wurde ein Impfstoff entwickelt, der Phase II erfolgreich durchlaufen hat, aber nicht weiter getestet wurde.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS