Cryptococcus neoformans

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Kryptokokkose

Cryptococcose, europäische Blastomykose, Busse-Buscke-Krankheit, Torulose

Erreger

kapselbildende "Hefe" der Species Cryptococcus neoformans (teleomorph: Filobasidiella bacillispora oder F. neoformans), zwei Varietäten: var. neoformans und var. gattii

Verbreitung

meist in den Tropen: Australien, Südostasien, Afrika, seltener aber stetig in Mitteleuropa und Nordamerika

Entwicklungszyklus/Pathogenese: Cryptococcus neoformans ist ein Basidiomycet mit anamorpher (vegetativer) und teleomorpher (sexueller) Phase. Hyphen werden nicht ausgebildet. Die Hefezellen besitzen als Besonderheit eine Kapsel. Diese besteht aus Polysacchariden, die ein schleimiges äußeres bei der Kultivierung bedingen. Die hitze- und austrocknungsresistenten Erreger finden sich überall im Erdboden und in organischem Material. Besonders groß ist die Konzentration in Vogel-, besonders Taubenmist. Die Varietät gattii ist häufig mit Eukalyptusbäumen assoziiert.
Die Erreger werden über den Atmungstrakt aufgenommen. In der Lunge vermehren sie sich teilweise ohne äußere Krankheitszeichen. Ausgehend von diesem primären Herd gelangen sie über das Blut auch ins Gehirn, in die Leber und die Haut und andere Organe. Besonders gefährlich ist die Entzündung des Hirns und seiner Hirnhäute (Meningoenzephalitis) zu der diese Pilze eine besondere Affinität haben. In den befallenen Organen bilden sich besondere Knötchen, die Granulome. Im Falle der Kryptokokkose werden diese Granulome auch als Torulome bezeichnet.

Übertragung

Die Infektion erfolgt über die Inhalation von erregerhaltigem Staub. Patienten mit Tumorerkrankungen, konsumierenden Erkrankungen, Transplantationspatienten und Neugeborene sind besonders gefährdet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wird weitgehend ausgeschlossen.

Inkubationszeit

vermutlich mehrere Wochen

Symptomatik

Kryptokokkose durch die var. neoformans tritt überwiegend bei immunsupprimierten Patienten auf und zählt zu den AIDS-definierenden Erkrankungen. Var. gattii wird überwiegend bei immunkompetenten Personen angetroffen.
Das Primärstadium der Erkrankung ist häufig inapparent. Der Infektionsverlauf ist chronisch progredient.Prodromi einer ZNS-Manifestation können neben Kopfschmerzen auch psychische Alterationen sein. Neben einer chronischen Meningitis treten häufig noduläre Veränderungen in Lunge und Gehirn auf, die zunächst nicht an eine Mykose denken lassen.

Diagnostik

Bei Cryptococcus-Mykose werden große Mengen des Polysaccharid-Kapselantigens ausgeschüttet, das in Serum und Liquor nachgewiesen wird (Antigen - Latex - Agglutinationstest). Der Antigentiter wird unter erfolgreicher Therapie negativ. Insbesondere bei HIV-Patienten kann eine persistierende Infektion (v.a. der Prostata) zu dauerhaft positiven Antigentitern führen.

Differentialdiagnose

Hirn- und Lungentumoren, Tuberkulose, tuberkulöse Meningitis, Toxoplasmose

Therapie

Kombinationshterapie mit Amphotericin B, 5 Fluorcytosin und Fluconazol; Sekundärbehandlung mit Fluconazol (ggf. auch mit Itraconazol) über Monate,
Bei Personen mit Immunsuppression ist eine lebenslange Rezidivprophylaxe notwendig.

Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS