MERS-CoV

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


+ + + A K T U E L L E   M E L D U N G E N + + +

- 12.05.2015 - Saudi Arabien - - 11.05.2015 - Iran -

Synonym(a)

Middle East respiratory syndrome-coronavirus, HCoV-EMC/2012

Erreger

Familie: Coronaviridae, Gattung: Betacoronavirus
Das Virus wurde erst im Jahr 2012 nachgewiesen. Sequenzvergleiche zu den bisher bekannten humanpathogenen Betacoronaviren (z.B. SARS-CoV) zeigen deutliche Unterschiede, eine enge Verwandtschaft wurde dagegen zu zwei Spezies von Fledermaus-Coronaviren (BatCoV-HKU5 und BatCoV-HKU4) nachgewiesen.

Verbreitung

Naher Osten mit Schwerpunkt in Saudi Arabien

Übertragung

Vermutlich durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen, wobei es nur schwer von Mensch-zu-Mensch übertragbar ist. Das Reservoir stellen wahrscheinlich Fledermäuse dar, von denen – möglicherweise über Dromedare als Zwischenwirte – sporadische Übertragungen auf den Menschen erfolgen.

Inkubationszeit

Meist unter einer Woche, in Einzelfällen jedoch bis zu 12 Tage

Symptomatik

Akut beginnende, grippeähnliche Erkrankung, die innerhalb einer Woche oft in eine Pneumonie übergeht, häufig begleitet von Durchfall. Später kann sich ein akutes Atemnotsyndrom entwickeln.

Komplikationen

Bei schweren Verläufen kann es zu Nierenversagen kommen.

Prognose

Die Letalität liegt bei etwa 40 %. Die schwersten Verläufe treten dabei bei Personen mit chronischen Vorerkrankungen auf. Es gibt jedoch auch nachgewiesene Fälle asymptomatischer Infektionen.

Diagnostik

Es gibt verschiedene real-time RT-PCR-Test, die einen Nachweis erlauben. Hierfür sollte eine Probe aus dem unteren Atemwegstrakt (Sputum, endotracheales Aspirat oder bronchoalveoläre Lavage) entnommen werden, da es bei Proben aus dem oberen Atemwegstrakt zu falsch-negativen Ergebnissen kommen kann. Alternativ können mindestens zwei konsekutive Proben im Abstand von mindestens einem Tag aus dem oberen Atemwegstrakt abgenommen werden.


Differentialdiagnose

Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae Typ B, Legionella pneumophila, andere bakterielle Pneumonie-Erreger, Influenzavirus Typ A oder B, RS-Virus

Therapie

Symptomatisch, bisher existiert noch keine erprobte und sichere antivirale Therapie. Erste Forschungsergebnisse deuteten jedoch darauf hin, dass eine Kombination von Interferon-a2b und Ribavirin die Viruslast senken könnte.

Prophylaxe

Nahost-Reisende, insbesondere solche mit chronischen Erkrankungen, sollten sich des möglichen Infektionsrisikos durch Kamele bewusst sein und in Betracht ziehen, diese Tiere (z.B. auf Farmen und Märkten) zu meiden.
Bei der Behandlung von Verdachtsfällen sollte zum Schutz des Personals eine erweiterte Basishygiene mit zusätzlichem Schutz der Atemwege durchgeführt werden. Hierfür sollten vorzugsweise Atemschutzmasken (FFP1/FFP2) Verwendung finden. Als Behelf kann ein dichtanliegender, mehrlagiger Mund-Nasen-Schutz genutzt werden, dieser schützt jedoch bestimmungsgemäß in erster Linie Mund und Nase vor Spritzern und Berührungen durch kontaminierte Hände. Auch der Patient sollte zur weiteren Erhöhung des Schutzes einen MNS tragen.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS