Drakunkulose

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Synonym(a)

Drakontiase

Englischer Begriff: Dracunculiasis

Erreger

Dracunculus medinensis

Verbreitung

Afrika, Naher Osten, Asien, Südamerika, Karibische Inseln

Übertragung

Orale Aufnahme larvenhaltiger Wasserkrebse im Trinkwasser

Inkubationszeit

Etwa 1 Jahr

Präpatenz

10 - 14 Monate

Patenz

In den Blasen sind die Larven für wenige Tage nachweisbar.

Symptomatik

Sie wird ausgelöst durch Befall des Menschen mit dem Fadenwurm Dracunculus medinensis nach Aufnahme seiner Larven. Urtikaria, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Asthma sind typische Symtome. Durch Wanderung im Körper kann es zu Organbefall kommen.
Das heranreifende Weibchen ist als subcutane Schlängelung sichtbar (untere Extremität, Fuß, Rücken, Schulter). Die Bildung von Blasen ist ebenfalls häufig.

Komplikationen

Allergische Reaktion, Geschwür- und Abszeßbildung, Arthritis, Superinfektion

Prognose

Bei vollständiger Entfernung des Wurms gut

Diagnostik

Blut: Eosinophilie, serologischer Nachweis der Antikörper
Parasitologie: Nachweis der Larven in der Flüssigkeit aus den Blasen
Klinik: Das trächtige Weibchen durchbricht bei Kontakt mit Wasser die Haut und gibt seine Larven ab.
Röntgen: Abgestorbene Männchen sind als Kalkschatten in der Muskulatur darstellbar

Differentialdiagnose

Andere Wurmerkrankungen

Therapie

Ist die Haut bereits perforiert, wird der Parasit durch langsame Extraktion über mehrere Tage entfernt. Dabei wird das Ende des Wurms mit einem Stab gefaßt und aufgewickelt. Dies wird durch überlappende Gabe von Metronidazol oder Thiabendazol erleichtert. Wird die Diagnose schon vor der Perforation gestellt, erfolgt eine Inzision der Haut über der Mitte des Wurms. Die Entfernung in toto gelingt dann innerhalb von Minuten.

Prophylaxe

Abkochen von Trinkwasser


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS