Ebola-Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


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- 11.05.2015 - Liberia - - 07.05.2015 - Sierra Leone - - 07.05.2015 - Guinea -

Synonym(a)

Maridi-Fieber

Englischer Begriff: Ebola hemorrhagic fever

Erreger

Ebolaviren gehören zur Familie der Filoviridae. Es ist eine Gattung, die aus fünf Spezies besteht, von denen vier human-pathogen sind. Das Reston Ebolavirus (RESTV) führt bei Menschen nur zu subklinischen Infektionen. Die anderen vier Spezies verursachen das Ebolafieber:
- Taï Forest Ebolavirus (TAFV, früher Côte d’Ivoire Ebolavirus genannt)
- Sudan Ebolavirus (SUDV)
- Zaire Ebolavirus (EBOV)
- Bundibugyo Ebolavirus (BDBV)
Teilweise sind von diesen Spezies verschiedene Subtypen oder Varianten bekannt, die sich u.a. auch beträchtlich in ihrer Letalität unterscheiden.

Verbreitung

1976 kam es in Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo) in der Umgebung des Ebola-Flusses zum Ausbruch des bis dahin unbekannten hämorrhagischen Fiebers. Auch im Süden des Sudan (heute Südsudan), in Uganda und Gabun gab es seither mehrere sporadische humane Ausbrüche. In der Elfenbeinküste erkrankte ein Wissenschaftler nach der Obduktion eines wilden Schimpansen und Ende 2013 begann in Guinea ein Ausbruch, der sich in den folgenden Monaten über Westafrika ausbreitete (nach Sierra Leone, Liberia und Nigeria).

Übertragung

parenteral, perinatal, enger Kontakt mit Erkrankten und deren Exkrementen und Exsudaten, Sexualkontakt. Ein tierisches Erregerreservoir wurde bisher nicht nachgewiesen, jedoch werden Fledermäuse, insbesondere höhlenlebende Flughunde, als Reservoir vermutet.

Inkubationszeit

2-21 Tage

Symptomatik

Schnell ansteigendes Fieber, Bradykardie, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konjunktivitis, Zahnfleischblutung und Pharyngitis. Meist treten gastrointestinale Beschwerden auf. Blutige Durchfälle sind ein prognostisch ungünstiges Zeichen. Am 5. - 7. Krankheitstag kann es bei allgemeiner Blutungsneigung zu Nasenbluten, Hämoptoe, Hämatemesis, Hämaturie und Gebärmutterblutungen kommen. An Stamm, Gesicht und Armen kann sich ein makulopapulöses Exanthem ausbilden, welches nicht hämorrhagisch ist. Neurologische Symptome beinhalten Psychose und Hemiparese.

Komplikationen

Abort, Hypovolämie, Schock

Prognose

Letalität je nach Spezies 50-90%

Diagnostik

Blut: Antikörpernachweis im Serum, Erregernachweis im Elektronenmikroskop, Anlage von Zellkulturen, Western-Blot, Antigennachweis in der Immunfluoreszenz.
Organe: Erregernachweis im Elektronenmikroskop, Anlage von Zellkulturen

CAVE: Sämtliche Untersuchungen sollten in Hochsicherheitslabors erfolgen!

Differentialdiagnose

Malaria, Gelbfieber, Typhus, Lassafieber, Dengue-hämorrhagisches Fieber, Marburg Virus, Milzbrand

Therapie

Strikte Isolierung der Erkrankten, Schutz vor Kontakt mit Exkrementen, symptomatische Therapie

Prophylaxe

Es gibt keine Schutzimpfung. Reinfektionen sind nicht dokumentiert.

Meldepflicht

Verdacht, Erkrankung und Tod


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS