Gnathostomiasis

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Erreger

Gnathostoma spinigerum - Magenwurm.

Verbreitung

Überwiegend Südostasien, sporadisch auch Amerika, Afrika, Europa und Australien.

Übertragung

Aufnahme von Larven in Fisch, Geflügel, Schwein oder Schlangen oral (Nahrungsaufnahme) oder perkutan (Nahrungszubereitung). Auch über Trinken larvenhaltigen Wassers.

Inkubationszeit

3-7 Tage.

Präpatenz

Es erfolgt keine Bildung von Eiern.

Patenz

Monate (bis Jahre) bei Körperwanderung.

Symptomatik

Je nach Lokalisation der Larvenfehlwanderung intestinale, subcutane, spinale, cerebrale oder okuläre Gnathostomiasis.
Anfänglich bestehen am Ort der Körperinvasion Beschwerden.
Bei Eindringen durch Magenschleimhaut akute gastrointestinale Schmerzen, Erbrechen , Urticaria und Fieber. Bei Wanderung im subcutanen Gewebe rezidivierende, schmerzhafte, gerötete wandernde Schwellung evtl. mit ödemen im Gesicht und Kopfbereich. Bei spinaler Wanderung Myelitis, segmentale Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungen, cerebral Kopfschmerz, Meningismus, Eintrübung und Koma und
okulär Lidödem, Exophthalmus, subconjunktivalen Blutungen und retinalen Schäden. Bei spinaler, cerebraler oder okulärer Invasion Prognose ernst.

Diagnostik

Direkter Nachweis der wandernden Larve durch Exzision oft nicht möglich. Im peripheren Blutbild Eosinophilie (35-70%) und Leukocytose auftreten. Bei cerebralen Befall evtl. eosinophile Pleocytose.
Antikörpernachweis (ELISA, Western Blot) sensibel, jedoch Kreuzreaktionen mit anderen Helminthen. Nicht selten wird cerebrale Gnathostomiasis erst post mortem diagnostiziert.

Therapie

Chirurgische Exzision bei subcutaner oder okulärer Invasion.
Sonst medikamentöser Therapieversuch mit Albendazol. Bei cerebraler Invasion ggf. Corticosteroide.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS