Japanische Enzephalitis

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Japan B Enzephalitis

Englischer Begriff: Japanese B encephalitis

Erreger

Das Japan-B-Enzephalitis-Virus ist ein Flavivirus.

Verbreitung

Japan, Südostasien, Indien. Betroffen sind meist ländliche Regionen mit Wasserwirtschaft (Reisanbau etc...), Schweinehaltung und Vorkommen von Wasservögeln. Die Übertragung findet prinzipiell ganzjährig statt, tritt aber während und nach der Regenzeit gehäuft auf.

Übertragung

Stechmücken der Arten Culex- und Aedes übertagen das Virus. Schweine, Wasservögel, Pferde, Rinder, Büffel und andere Haustiere bilden das Erregerreservoir.

Inkubationszeit

5 - 15 Tage

Symptomatik

Der Verlauf ist meist asymptomatisch. Die Erkrankung wird nur in 1% der Fälle klinisch apparent. Kinder unter 15 Jahre und Personen über 50 Jahre, sowie Menschen die nicht aus dem Endemiegebiet stammen, sind besonders gefährdet.
Typische Zeichen sind plötzlich einsetzendes Fieber, Übelkeit, Kopfschmerz und Meningismus. Im Verlauf können sich Meningitis oder Enzephalitis ausbilden. Nach etwa 10 Tagen sind die Symptome rückläufig. Dabei kann es zu Psychosen kommen.

Komplikationen

Therapierefraktäre Hyperthermie, 30% Defektheilung

Prognose

Bei älteren Erwachsenen bis zu 80% letaler Verlauf

Diagnostik

Blut: Granulozytäre Leukozytose
Stuhl:
Sputum:
Liquor: Pleozytose, zunächst granulozytär, im weiteren Verlauf lymphozytär
Urin:
Biopsie:

Liquor: Lymphozytäre Pleozytose, wenige 100/3 Zellen, Glukose normal. Blutbild: Leukozytose.
Virusnachweis aus Liquor, Blut oder Hirngewebe. Mit PCR Virusnachweis aus Liquor möglich. Eventuell auch Anzucht in Zell- oder Gewebekulturen oder Inokulation an Versuchstieren.
Serologie: ELISA, IF, HHT und KBR. Neutralisierende Antikörper ab 8. bis 10. Krankheitstag. Ausgeprägten Kreuzreaktionen gegenüber Dengue Fieber, West Nil Fieber, Gelbfieber (auch Impfung) und FSME (auch Impfung).

Differentialdiagnose

Malaria, Meningitis oder Enzephalitis anderer Genese

Therapie

Symptomatisch

Prophylaxe

Konsequenter Mückenschutz, Impfung

Immunisation

Personen, die im Zielgebiet landwirtschaftlich tätig sind, sowie Reisende in ländliche Regionen sollten eine Impfung erwägen, wenn kein nächtlicher Mückenschutz gewährleistet ist. Die Erkrankung ist eher selten. Die Impfung besteht aus zwei Impfdosen, die im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Die Gabe der zweiten Dosis sollte dabei spätestens eine Woche vor dem Reisebeginn erfolgen. Das derzeit in Deutschland zugelassene Impfpräparat ist nicht für Kinder, Jugendliche und insbesondere Schwangere empfohlen, da bei dieser Altersgruppe noch keine ausreichenden klinischen Studien zur Unbedenklichkeit des Mittels vorliegen. Es gibt jedoch auf dem Weltmarkt zugelassene Impfstoffe, die über die Internationale Apotheke zu bestellen sind.

Meldepflicht

Erkrankung, Tod.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS