Kyasanur-Wald-Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


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- 27.04.2015 - Indien -

Synonym(a)

KFD
Kyasanur forest disease
Monkey disease

Erreger

KFD-Virus (Kyasanur-forest Disease), Genus Flavivirus, Familie Flaviviridae.

Verbreitung

Der Westen Indiens (z. Zt. Distrikte Shimoga, Nord- und Südkanara und Chikamagaloor im Staate Karnataka).

Übertragung

Überträger sind verschiedene Zeckenspezies. Als Hauptwirte treten kleine Nager auf. Die Nebenwirte Vögel und Fledermäuse sorgen in erster Linie für die Verbreitung der infizierten Zecken. Bestimmte Affenarten sind wie der Mensch Zufallswirte und ein bedeutsames Virusreservoir. Epidemiologisch ist auch die Infektion von Huftieren zu beachten. Die meisten Infektionen werden in den trockenen Monaten von Januar bis Juni beobachtet. Vorwiegend gefährdet sind Waldarbeiter und Viehhirten. Der Erreger ist für Laborpersonal sehr infektiös. Obwohl die Laborinfektionen meist mild verlaufen, sollten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

Inkubationszeit

3-8 Tage.

Symptomatik

Initial kommt es zu Fieber, Übelkeit, Muskel- und Kopfschmerzen. Später treten Konjunktivitis, pneumonische Symptome, axilläre und cervicale Lymphadenopathie, Hypotonie und Bradykardie auf, bei schweren Verläufen auch gastrointestinale Blutungen und Hämoptysen. Am 7. Krankheitstag lassen die Beschwerden nach. Bei ca. 20 % der Patienten kommt es nach 2 fieberfreien Wochen zu einem enzephalitischen Verlauf mit erneutem Fieberanstieg, schweren Kopfschmerzen und Meningismus. Bei diesen Fällen beträgt die Letalität 5-10 %. Die Rekonvaleszenz ist verzögert, Residualzustände sind jedoch selten. Eine Zweiterkrankung scheint nicht vorzukommen.

Diagnostik

Das Virus kann bis zum 12. Krankheitstag aus dem Blut isoliert werden.
Antikörper können mittels Hämagglutinationshemmung und Immunfluoreszenz nachgewiesen werden. Labordiagnostisch zeigen sich Leukopenie, Thrombozytopenie und Albuminurie.

Therapie

Die Therapie erfolgt symptomatisch.

Prophylaxe

In Endemiegebieten sollte Zeckenkontakt vermieden werden. Hilfreich dabei sind entsprechende Kleidung und Repellents für den Menschen und Akarizide bei Haus- und Nutztieren. Impfstoffe sind in der Erprobung. Medizinisches Personal sollte sich schützen.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS