Legionellose

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Legionellose
Legionärskrankheit

Erreger

Bei dem Erreger handelt es sich um ein kurzes, plumpes, gramnegatives Stäbchen, welches ubiquitär vorkommt und schwer anzüchtbar ist. Serologisch lassen sich insgesamt 23 Subtypen unterscheiden, von denen vor allem drei als humanpathogen gelten: L. pneumophila, L. micdadei, L. bozemanii.

Vorkommen:
Der Erreger kommt in der Umgebung von Wasserquellen, v. a. Saunen und im konstant feucht-warmen Milieu von Klimaanlagen vor.

Übertragung

Übertragungsweg der Legionellose ist in der Regel die Inhalation, diskutiert werden jedoch auch Aspiration und Ingestion. Eine Übertragung der Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Risikofaktoren:
Da die Erreger das feuchte, warme Milieu bevorzugen, sind vor allem Duschen in öffentlichen Anstalten, Kurbädern und Hotels hauptsächliche Infektionsquellen. Besonders im Rahmen von Umweltschutz und Energiesparmaßnahmen ist das Warmwasser der Duschen in Hotels meist nicht heiß genug, um die Legionellen abzutöten.

Prophylaxe

Diskutiert wird die routinemäßige Überwachung von Klimaanlagen und Trinkwasseruntersuchungen auf Legionellen-Vorkommen. Das Bundesgesundheitsamt empfiehlt, daß die Warmwassertemperatur vor dem Mischen am Auslaß noch 55°C betragen soll. In England ist gerade eine chemisch-physikalische Anlage zur Wasseraufbereitung in Erprobung, die die Legionellenkonzentrationen im Wasser auf diese Weise reduzieren soll. Es ist ratsam, das warme Wasser vor dem Duschen lange genug laufen zu lassen, um die Erreger auszuspülen.

Inkubationszeit

2-10 Tage

Symptomatik

Die schwerste Form der Legionellose ist eine atypische Pneumonie. Nach einem grippeähnlichem Prodromalstadium mit Unwohlsein, Husten, Kopfschmerz und Myalgien kommt es im weiteren Verlauf zu hohem Fieber mit relativer Bradykardie, Thoraxschmerzen und Diarrhoe. Weniger häufig kann schließlich ein veränderter Gemütszustand mit Verwirrtheit, Lethargie oder Delirium auftreten. Labormäßig finden sich eine erhöhte Blutsenkung, Hyponatriämie, Hypophosphatämie und eine Leukozytose mit Linksverschiebung. Gelegentlich kommt es zur Mitbeteiligung von Leber, Niere und ZNS. Die Röntgenaufnahmen des Thorax zeigen im Frühstadium unilaterale, fleckige Infiltrate. Später entwickeln sich meist bilateraler Befall und häufig Pleuraergüsse.
Die Mortalität beträgt ohne Behandlung 15-25%; ist jedoch bei immunsupprimierten oder hospitalisierten Patienten höher.
Eine leichtere Verlaufsform ist das Pontiac Fieber mit einer Inkubationszeit von 1-2 Tagen und grippeartigen Symptomen, die in der Regel keiner stationären Therapie bedarf.

Diagnostik

Der Erreger kann in transtrachealen Aspiraten, Lungenbiopsien, Pleuraflüssigkeit oder Blut nachgewiesen werden.
Erregerisolierung auf Spezialnährböden; die Kulturen zeigen nach 3-5 Tagen Kolonien, die im Grampräparat identifiziert werden können.
Im Direktpräparat sind Legionellen nur mit der DIETERLESCHEN Silberimprägniermethode anfärbbar, nicht jedoch mit Gram.
Serologisch erfolgt die Diagnose durch Nachweis eines 4fachen Titeranstiegs auf mehr als 1: 128, welcher gewöhnlich jedoch erst 3-6 Wochen nach Beginn der Erkrankung auftritt und somit nur als Bestätigung dienen kann.
Mit ELISA und RIA gelingt der Nachweis in Serum und Urin.

Therapie

Erythromycin ist das Mittel der Wahl. Es sollte 4x 0,5-1g täglich oral oder i.v. über 2-3 Wochen verabreicht werden, da sonst Rezidivgefahr besteht. In schwereren Fällen empfiehlt sich die Kombination mit Rifampicin 2x 600mg täglich. Tetracycline sind weniger gut wirksam; Penicilline, Cephalosporine und Aminoglykoside unwirksam.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS