Argentinisches hämorrhagisches Fieber

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patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Erreger

Junin-Virus, ein Arbovirus der Familie Arenaviridae, Genus Arenavirus.

Verbreitung

Argentinien.

Übertragung

Erregerreservoir sind kleine wildlebende Nager, die latent infiziert sind und das Virus mit dem Urin ausscheiden. Die Infektion des Menschen erfolgt über kontaminierte Lebensmittel und Wasser sowie durch direkten Kontakt mit Nagern oder infektiösem Material. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist unwahrscheinlich.
Risikofaktoren: Betroffen sind v. a. Landarbeiter der Pampas nordwestlich von Buenos Aires. Männer werden viermal häufiger betroffen als Frauen. Während der Mais- und Weizenernte im Mai zeichnet sich ein jahreszeitlicher Gipfel ab.

Symptomatik

Prodromal kommt es zu Schüttelfrost, Kopf-, Muskel-, und retroorbitalen Schmerzen sowie Übelkeit und einer Hautüberempfindlichkeit. Sodann treten Fieber, Petechien am Oberkörper, Lymphknotenschwellungen, Brust- und Bauchschmerzen und Ulzerationen im Mund und Pharynx auf. In etwa 35-50% der Fälle kommt es am 6. bis 8. Tag zu einer Verschlechterung, wobei sich Hypotonie, hohes Fieber, Hämatemesis, Meläna und Hämaturie entwickeln.
Bei 20% der Erkrankten kann es zu zentralnervösen Störungen wie Zungentremor, Psychosen und epileptiformen Anfällen kommen. Bei diesen schweren Verlaufsformen tritt der Tod oft innerhalb von 2-3 Tagen ein.
Die Letalität kann 10-20% betragen.

Diagnostik

Das Blutbild weist eine ausgeprägte Leukopenie und Thrombozytopenie auf. Die Blutungs- und Gerinnungszeiten sind verlängert. Während der Fieberphase kann das Virus aus Blut, Urin und Rachenspülwasser isoliert werden.
Antikörper werden durch Komplementbindungsreaktionen, indirekte Immunfluoreszenz und ELISA ( Enzyme-linked immunosorbent Assay) nachgewiesen.

Therapie

Die Therapie erfolgt meist supportiv. Ein Rekonvaleszentenserum kann rechtzeitig appliziert einen günstigen Einfluß auf den Krankheitsverlauf haben.
Erkrankte sollten isoliert werden.

Prophylaxe

Sinnvoll ist die Bekämpfung der infizierten Nagetiere, die häufig in der Nähe der Häuser leben.
Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung.

Inkubationszeit

8- 12 Tage.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS