Murray-Valley-Infektion

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Murray-Valley-Enzephalitis

Erreger

Ein Arbovirus der Familie Flaviviridae.

Verbreitung

Die Krankheit tritt epidemisch- seltener sporadisch- in östlichen Teilen Australiens und Papua Neuguinea auf. Epidemien folgen meist starken Regenfällen.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (Aedes- und Culexarten). Als Reservoir dienen wildlebenden Vögel (Pelikane, Reiher), möglicherweise auch Känguruhs und Kaninchen. Pferde und Schweine erkranken nur inapparent. Der Mensch ist nur Zufallswirt.

Inkubationszeit

1-3 Wochen.

Symptomatik

Schwere Verlaufsbilder sind vergleichsweise selten, die meisten Infektionen verlaufen leicht oder subklinisch. Die Infektion beginnt mit Fieber, Erbrechen und Kopfschmerz. Schwere Erkrankungen verlaufen enzephalitisch mit Koma, Lähmungen und Krämpfen. Der tödliche Verlauf ist gekennzeichnet durch progressiven Hirnzerfall, Enthirnungsstarre und Tetraplegie. Insgesamt ist die Letalität gering, kann aber bei schweren Formen bei Kleinstkindern über 50% betragen. Defektheilungen (Lähmungen, geistige Störungen) kommen vor.

Diagnostik

Erregernachweis durch Zell- oder Gewebekultur, Inokulation von Versuchstieren oder durch den Nachweis von Antigenen. IgM-Nachweis im Liquor mittels ELISA oder HHT. Ab dem 4. Krankheitstag sind positive Werte zu erwarten.

Therapie

Nur supportiv unter besonderer Berücksichtigung vital bedrohlicher Krankheitszeichen. Erkrankungen sowie Tod an Meningitis bzw. Enzephalitis sind in Deutschland nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig.

Prophylaxe

Neben der Individualprophylaxe gegen Mückenstiche mit Repellentien, Schutzkleidung und Moskitonetzen bieten sich allgemeine Maßnahmen wie Brutplatzsanierung, Mücken- und Larvenbekämpfung an. Eine vorbeugende Impfung ist derzeit nicht möglich.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS