Onchozerkose

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Flußblindheit

Erreger

Onchocerca volvulus.

Verbreitung

Subsaharisches Afrika, Jemen, Saudi Arabien, Mittel- und Süd-Amerika.

Übertragung

Stich der Kriebelmücken (Simulien).

Inkubationszeit

3 - 4 Monate.

Präpatenz

6 - 30 Monate.

Patenz

- 16 Jahre.

Symptomatik

Onchocercomata: Subcutane Wurmknoten: (Afrika: Rumpf/ Amerika: Kopf- und Schulter), meist über Knochenvorsprüngen, 1/2 - 10 cm groß, fest, gut verschieblich ).
Juckende Dermatitis: Durch in der Haut umherwandernden Mikrofilarien, papuläre Dermatitiden schubhaft in der Umgebung der Onchocercome. Hautatrophie, fleckige Depigmentierung (Leopardenhaut) oder Hyperpigmentierung (Sowda - Jemen).
Augenbefall: Durch auswandernde Mikrofilarien verursacht. Je näher Onchocercomata am Kopf liegen, desto größer die Gefahr. Bei Einwanderung in die Kornea entzündliche Infiltrate, Neovaskularisation, Sklerosierung und Erblindung.

Diagnostik

Juckende Dermatitis, subkutane Knoten, Keratitis und Eosinophilie in Verbindung mit einem Aufenthalt im Endemiegebiet.
Serologisch Nachweis unspezifischer Filarien-Antikörper als Hinweis auf Infektion. Nachweis adulter Filarien im Onchocercom nach Exstirpation bzw. Nachweis von Mikrofilarien in Hautbiopsie (Afrika: Rumpf, Amerika: Kopf-Schulter-Region) oder bei Untersuchung des Auges (Spaltlampe). Mikrofilarien in der Haut oft erst 10 Monate nach Infektion nachweisbar. Weiteres diagnostisches Problem: Geringe Mikrofilariendichte. Bei weiterbestehendem Verdacht ohne Mikrofilariennachweis unter vorherigem Ausschluß anderer Filarieninfektionen und Untersuchung der Augen Hautbiopsie nach Provokationstest (DEC-Gabe) unter stationären Bedingungen.

Therapie

Onchocercomata - Chirurgische Entfernung. Gegen Mikrofilarien - Medikamente (Ivermectin, DEC, Suramin) mit erheblichen Nebenwirkungen.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS