Q-Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

(Query Fieber, Schlachthausfieber)

Erreger

Coxiella burneti (Rickettsiaceae).

Verbreitung

Weltweite Verbreitung. In Deutschland vorwiegend Bayern und Baden-Württemberg Endemiegebiete.

Übertragung

Zooanthroponose mit breitem Wirtsspektrum (Schaf, Rind, Ziege, Hund, Katze und Jagdtiere, darüber hinaus viele weitere Wildsäugetierarten). Gefährdete Personengruppen: Tierärzte, Schlächter, Metzger, Tierzüchter, Schäfer, Landwirte und Förster. Bei Tieren trotz langdauernden Parasitismus meist keine Symptome. Erreger enorm umweltresistent und lange infektionstüchtig (Jahre). Übertragungsmöglichkeiten: (1) Meistens aerogene Übertragung über Atemwege, durch Staub oder Tröpfchen (Kleidung, Staub, Wolle, Futter oder Streu). Geringe Infektionsdosis. (2) Seltener über Verdauungstrakt (Magermilch, andere Milchprodukten, Frischfleisch und Wasser). (3) Selten Zeckenstich: Meist Übertragung von Tier zu Tier (Erreger im Kot der Zecke).

Prophylaxe

Geeignete Kleidung und Schuhwerk. Milch pasteurisieren. Vorsicht im Umgang mit tierischen Ausscheidungen.

Inkubationszeit

Meist 2 - 4 Wochen (9 - 39 Tage).

Symptomatik

Meist asymptomatisch oder oligosymptomatisch: Müdigkeit, leichtes Frieren, erhöhte Temperatur (1 - 6 Tage).
Akutes Q Fieber: Akut fieberhafte systemische Erkrankung : Plötzlicher Beginn, Fieber > 40°C, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, retrobulbären Schmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Pneumonie - Pleuritische Schmerzen, Husten. Hepatitis, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hepatomegalie, Splenomegalie. Meningoenzephalitis , Schwindel, Angstträume, Bewußtseinstrübung, Delir. Meist ohne Hautveränderungen, selten erythematös-makuläres Exanthem. Verlauf selbstlimitierend (oft 2 Wochen, auch bis zu 12 Wochen möglich). Rekonvaleszenz Monate.

Komplikationen

Atypische Pneumonie, Hepatitis, Thrombophlebitis, Endokarditis, Myokarditis, Pleuroperikarditis, Meningoenzephalitis, Glomerulonephritis, Epididymitis, Orchitis, Uveitis, Arthritis, hämolytische Anämie, Knochenmarksnekrosen.
Chronisches Q Fieber: Meist Endokarditis (Prognose schlecht), seltener granulomatöse Hepatitis. Auch Immunkomplexglomerulonephritis.
Reaktivierung: Bei Immunsuppression, auch Schwangerschaft möglich (Prognose schlecht).

Diagnostik

: Hinweisende Symptome: Hohes Fieber, retroorbitale Kopfschmerzen, Hepatitis, atypische Pneumonie.
Serologie: Früherkennung mit spezifischen IgM-Antikörper (Enzymimmuntest, Radioimmuntest, Immunfluoreszenztest). Chronische Infektionen mit spezifischen IgA und IgM-Antikörper (Enzymimmuntest, Immunfluoreszenztest, Komplementbindungsreaktion gegen Phase I Antigen). Akute Infektion: Antikörper gegen Phase II Antigen/ chronische Infektion: Antikörper gegen Phase I Antigern.
Erregernachweis aus Blut, Urin, Stuhl, Plazenta, Milch und anderen Organmaterial möglich mit Gewebekultur oder Tierversuch. Laborinfektionen beschrieben und gefährlich. Sicherheitslabor der Stufe L 3 notwendig.

Therapie

Antibiotisch mit Tetrazyklinen, insbesondere Doxycyclin. Dauer mindestens 7 Tage über Entfieberung.
Bei chronischem Verlauf Anwendungsdauer 12 Monate bis lebenslang. Tetrazykline alleine oder in Kombination mit anderen Antibiotika.

Immunisation

Impfung mit abgetöteten Erregern für exponierte Personen möglich (Schlachthofpersonal, Tierärzte, Laborpersonal und ähnliche Personengruppen). Nur in einigen Ländern kommerziell erhältlich. Impfstoffe in Entwicklung.

Meldepflicht

Erkrankung und Tod. Für bestimmte exponierte Personengruppen Berufskrankheit.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS