Saint-Louis-Enzephalitis

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Erreger

Arbovirus, Familie Flaviviridae.

Verbreitung

Hauptverbreitungsgebiet sind die USA, wo diese Enzephalitis in einer ruralen und einer urbanen Form auftritt. Außerdem kommt der Erreger in Panama, Brasilien, Argentinien, Jamaika und Trinidad vor.

Übertragung

Stechmücken verschiedener Spezies. Das Reservoir liegt bei freilebenden Vögeln. Der Mensch ist Zufallswirt.
Risikofaktoren: Aufenthalt in entsprechenden Gebieten (besonders in den Monaten Juli mit Oktober).

Inkubationszeit

4-21 Tage.

Symptomatik

Die Krankheit verläuft biphasisch. Sie beginnt mit Fieber, Kopfschmerz und katarrhalischen Beschwerden. Nach einigen Tagen kommt es zu einem 1- 3tägigen beschwerdefreien Intervall. Darauf folgt die meningoenzephalitische Organphase mit anhaltend hohem Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Darüber hinaus können Störungen des Bewußtseins, Krampfanfälle, Tremor, Lähmungen und dysurische Beschwerden auftreten.
Zumeist verläuft die Infektion inapparent; mit zunehmendem Alter steigt jedoch der Apparenzgrad an. Besonders gefährdet sind über 60jährige mit einer Letalität von über 22%. Bei ca. 5% kommt es zu Defektheilung (Tremor, Gangstörungen, Sprachbehinderungen).

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt durch Anzüchtung in der Zell- oder Gewebekultur, Inokulation von Versuchstieren oder durch den Nachweis von Antigenen. Eine wichtige Rolle spielt der IgM-Nachweis im Liquor lumbalis mittels ELISA oder HHT. Ab dem 4. Krankheitstag sind positive Werte zu erwarten.

Therapie

Wegen Fehlens kausaler Therapie nur supportiv unter besonderer Berücksichtigung vital bedrohlicher Krankheitszeichen. Erkrankungen sowie Tod an Meningitis bzw. Enzephalitis sind in Deutschland nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig.

Prophylaxe

Neben der Individualprophylaxe gegen Mückenstiche wie Repellentien, Schutzkleidung und Moskitonetze allgemeine Maßnahmen wie Brutplatzsanierung, Mücken- und Larvenbekämpfung an. Vorbeugende Impfung ist derzeit nicht möglich.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS